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Polizei will Präsenz auf Weihnachtsmärkten zeigen

Erhöhte Wachsamkeit ja, Panikmache nein. Der alljährliche Bummel über die Weihnachtsmärkte in der Region wird nicht von Polizisten mit Maschinenpistolen begleitet.
Erhöhte Wachsamkeit ja, Panikmache nein. Der alljährliche Bummel über die Weihnachtsmärkte in der Region wird nicht von Polizisten mit Maschinenpistolen begleitet.
Fredrik von Erichsen

Beamte mit Maschinenpistolen zwischen Glühwein- und Bratwurstständen? Das soll es im Nordosten trotz der jüngsten Terror-Ereignisse nicht geben, erklärt das Innenministerium. Gleichwohl versuchen die Gesetzeshüter, auf alle Eventualitäten gefasst zu sein.

Die Veranstalter von Weihnachtsmärkten und die Polizei tun alles dafür, um die Bürger kurz vor dem Start der Adventsmärkte zu beruhigen. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass die Märkte in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin als Anschlagsziele von Terroristen auserkoren werden, hieß es. "Die Sicherheitslage in Mecklenburg-Vorpommern hat sich nicht verschärft, aber es gilt erhöhte Wachsamkeit", sagte Michael Teich, Sprecher des Schweriner Innenministeriums, am Mittwoch. Mit Maschinenpistolen aufgerüstete Weihnachtsmarktstreifen der Polizei werde es in MV trotzdem nicht geben. Teich versicherte aber, dass die Polizei auf "alle Eventualitäten" eingestellt sei.

Während die Behörden für große Weihnachtsmärkte in Nordrhein-Westfalen und Städten wie Regensburg, Aachen oder Stuttgart bereits verstärkte Polizeipräsenz angekündigt haben, werden die Sicherheitsvorkehrungen für Weihnachtsmärkte in Brandenburg und MV nicht pauschal erhöht. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Sicherheitslage für das Land verändert habe, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam. Das Schweriner Innenministerium betonte, dass die Weihnachtsmärkte im Land, insbesondere die in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Greifswald, auch in den vergangenen Jahren durch die Polizei mit "sichtbaren aber auch verdeckten Maßnahmen" begleitet worden seien.

Erhöhte Wachsamkeit, aber keine Panikmache - so lassen sich die Reaktionen aus den Rathäusern der drei größten Städte in MV zusammenfassen. In Rostock werde der Sicherheitsdienst häufiger Streife laufen, sagte Rathaus-Sprecher Ulrich Kunze. Allerdings nicht wegen Terrorwarnungen, sondern wegen Vandalismusschäden. Die Stadt, die Polizei und das VZN als Veranstalter des Weberglockenmarktes stünden bezüglich der Sicherheitslage in sehr engem Kontakt. Die Stadt Schwerin diskutiert noch mit Polizei und Innenministerium, ob zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für den Weihnachtsmarkt erforderlich seien, sagte Rathaus-Sprecherin Michaela Christen. Die Entscheidung darüber soll bis zum Wochenende fallen. Wie in jedem Jahr werde es aber eine gemeinsame Weihnachtsmarkt-Streife des Ordnungsamtes und der Polizei geben. Diese hat allerdings weniger die Terrorgefahren, sondern vielmehr die Gefahren des Alkoholausschanks an Jugendliche im Blick.