Neben der Pro-Polizei-Demo in Greifswald soll laut der Polizei auch eine Demonstration stattgefunden haben, die Polizisten des
Neben der Pro-Polizei-Demo in Greifswald soll laut der Polizei auch eine Demonstration stattgefunden haben, die Polizisten des Mordens bezichtigt. Dabei handelt es sich aber um ein Missverständnis. Stefan Sauer
Missverständliche Polizei-Meldung

Polizisten als Mörder? Viel Verwirrung nach Demonstration

In Greifswald gab es zwei Demos. Eine, die sich bei der Polizei bedankte, eine, die gegen Rassismus protestierte. Und angeblich eine, die Polizisten als Mörder darstellte.
Greifswald

Eine missverständliche Polizeimeldung aus Greifswald vom Donnerstagabend hat für viel Verwirrung gesorgt. In der Hansestadt haben zwei Demonstrationen stattgefunden. Die eine unter dem Motto „Greifswald sagt Danke, Polizei gibt Sicherheit”, die andere hieß „Rassismus tötet. Überall”. In der Meldung der Polizeiinspektion Anklam war offenbar auch noch von einer dritten Demo die Rede. Motto dieses scheinbar radikalen Protestes: „Rassismus tötet, Polizei mordet! Greifswald sagt Nein”, über die auch die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete. Doch niemand weiß von dieser dritten Demonstration.

In der offiziellen Polizeimeldung in Greifswald heißt es unter anderem: „In der Zeit von 17:30 – 18:30 Uhr nahmen ca. 70 Personen an einem Aufzug unter dem Motto 'Rassismus tötet, Polizei mordet! Greifswald sagt Nein!' teil, welcher vom Greifswalder Markt durch die Fußgängerzone bis zum Theatervorplatz und zurück zum Markt führte.” Die Demonstration „Greifswald sagt Danke, Polizei gibt Sicherheit” wird dort gar nicht erwähnt.

Name führte zu Missverständnis in Polizeimeldung

Eine Sprecherin vom Ordnungsamt des Landkreises Vorpommern-Greifswald sagte dem Nordkurier am Freitag auf Nachfrage, dass tatsächlich nur zwei Proteste angemeldet waren. „Zuerst fand die 'Rassimus tötet. Überall'-Demo statt, eine Stunde später die für die Polizei.” Sie sei selbst vor Ort gewesen. Von einer dritten Demonstration wisse sie nichts. „Von der ersten Demo sind nur etwa 30 bis 40 Leute anschließend zum Marktplatz gegangen, um dort am Rande der zweiten lautstark Protest zu äußern.” Auch der Anmelder von der Anti-Rassismus-Demonstration weiß nur von zwei Protesten.

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Ein Anruf bei der Polizeiinspektion Anklam brachte schließlich Klarheit: „Die Demo 'Greifswald sagt Danke, Polizei gibt Sicherheit'  hieß eigentlich 'Rassismus tötet, Polizei mordet! Greifswald sagt Nein. Polizei gibt Sicherheit'. Der erste Satz ist dabei durchgestrichen”, hieß es auf Nachfrage. Auf Bannern und Plakaten dieser Versammlung hingegen sei der Text "Greifswald sagt Danke! Polizei gibt Sicherheit!" zu lesen gewesen. In der usrpünglichen Polizeimeldung ist weder das Durchstreichen wichtiger Teile des Namens noch der zusätzliche Satz zu sehen. „Wir werden die Polizeimeldung korrigieren und auch der dpa Bescheid sagen”, so der Sprecher.

Der Artikel ist am Freitag, dem 10. Juli 2020, im letzten Absatz korrigiert und um den Satz mit den Bannern ergänzt worden.

 

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