Der Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Leo L. (Mitte) wurde wegen Strafvereitelung im Fall Maria verurteilt.
Der Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Leo L. (Mitte) wurde wegen Strafvereitelung im Fall Maria verurteilt. Carsten Korfmacher
Leo L. wusste schon früh, wer Maria getötet hat.
Leo L. wusste schon früh, wer Maria getötet hat. ZVG
Mord auf Usedom

Polizistensohn im Fall Maria K. verurteilt

Der Fall der getöteten Maria aus Usedom schlägt weitere Wellen. In einer Nebenverhandlung wurde nun der Sohn eines Polizisten verurteilt – weil er schon früh wusste, wer Marias Mörder waren.
Greifswald

Wegen Strafvereitelung im Fall der getöteten Maria aus Zinnowitz auf Usedom wurde ein 21-jähriger Mann am Montag zu einer Geldstrafe verurteilt. Der Gesundheits- und Krankenpflegehelfer Leo L. habe bei mehreren Polizeiverhören sein Wissen um die Täterschaft der beiden Mörder Marias, Nicolas K. und Nico G., nicht geteilt, beschied das Amtsgericht Greifswald am Montag. Dadurch habe er sich zunächst der Strafvereitelung und später, als die beiden Verdächtigen schon ins Visier der Polizei gerieten, der Behinderung der Ermittlungsarbeit schuldig gemacht. Der Angeklagte zeigte sich geständig und entschuldigte sich für sein Verhalten.

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L. wurde zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 45 Euro verurteilt. Damit gilt er als vorbestraft. Sein Verteidiger hatte auf Jugendstraftrecht und eine Strafe unter 90 Tagessätzen plädiert, um einer Vorbestrafung zu entgehen. Das Gericht teilte diese Ansicht aber nicht. L. habe zwar zum Strafzeitpunkt noch bei seiner Mutter gewohnt und zwei Abschlussprüfungen seiner Ausbildung nicht bestanden, sei ansonsten aber in normalen Umständen groß geworden. Die Eltern hatten sich früh scheiden lassen, L. wuchs bei der Mutter in Zinnowitz auf. Der Vater ist nach übereinstimmenden Zeugenaussagen ein hochrangiger Polizeibeamter in Wolgast.

Die Mutter der ermordeten Maria, Steffi K., war ebenfalls im Gerichtssaal. Sie war mit dem Urteil nicht zufrieden. „Er hätte härter bestraft werden sollen. Und ich glaube ihm seine Reue nicht, denn bei mir persönlich hat er sich nicht entschuldigt”, sagte K. dem Nordkurier im Anschluss an die Verhandlung.

Nicolas K. und Nico G. waren am Freitag zu hohen Strafen verurteilt worden.

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