„TODESLISTE”

Potenzielle "Nordkreuz"-Opfer fordern Unterstützung

33 Personen, die auf der Liste der rechten Prepper-Gruppe „Nordkreuz” standen, suchen bei der Politik nach Unterstützung. Sie beklagten, dass sie nicht frühzeitig informiert wurden.
dpa
Die Liste mit rund 25.000 Namen war 2017 bei Razzien bei einem Rostocker Anwalt und einem suspendierten Polizisten aus der N&a
Die Liste mit rund 25.000 Namen war 2017 bei Razzien bei einem Rostocker Anwalt und einem suspendierten Polizisten aus der Nähe von Schwerin gefunden worden. Jens Büttner
Schwerin ·

Potenzielle Opfer der rechten Prepper-Gruppe „Nordkreuz” haben sich auf der Suche nach Unterstützung an Bundes- und Landespolitiker gewandt. In offenen Briefen fordern die 33 Einzelpersonen und zwölf Vereine unter anderem einen Untersuchungsausschuss zu rechten Netzwerken in Behörden sowie Beschwerdestellen bei der Polizei, teilte die Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, Lobbi, mit.

Sie seien zwar in unterschiedlichen Organisationen aktiv, doch sie eine, dass eine bewaffnete Gruppe darüber diskutierte, wie man sie töten könne, heißt es in einem Brief, der an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Landtagspräsidentin Birgit Hesse (beide SPD) verschickt wurde. Ein Landtagssprecher bestätigte den Eingang. Ein ähnliches Schreiben sei demnach unter anderem an den Bundespräsidenten, Bundeskanzlerin und Bundesinnenminister gegangen.

Zeugenaussagen: Personen sollten gesammelt und getötet werden

Die Liste mit rund 25.000 Namen war 2017 bei Razzien bei einem Rostocker Anwalt und einem suspendierten Polizisten aus der Nähe von Schwerin gefunden worden, gegen die wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt wird. Zeugenaussagen zufolge war in der Gruppe darüber diskutiert worden, dass die Personen gesammelt und getötet werden sollen. Polizei und Innenministerium betonen, dass es sich aus ihrer Sicht nicht um Feindeslisten handele.

Die Verfasser der Briefe beklagen, dass es zwei Jahre dauerte, bis sie informiert wurden. Jeder, der auf rechten Listen stehe, solle dies erfahren. Mündige Bürger hätten ein Recht darauf und auf eine fundierte Gefährdungsanalyse sowie Hinweise zu Beratungsangeboten.

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