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Preisexplosion auf dem Immobilienmarkt in Mecklenburg-Vorpommern

Das Startup Scoperty will mittels künstlicher Intelligenz enorme Preissprünge auf dem Häusermarkt in MV aufgedeckt haben. Makler aus der Region sind bei den Zahlen skeptisch, hoch her gehe es am Markt allemal.
Ein reetgedecktes Haus in den Dünen am Strand von Ahrenshoop. Hier sind die Quadratmeterpreise am teuersten in MV.  Foto:
Ein reetgedecktes Haus in den Dünen am Strand von Ahrenshoop. Hier sind die Quadratmeterpreise am teuersten in MV. Foto: Jens Büttner Jens Büttner
Neubrandenburg

Laut der Analyse eines Start-Ups aus München sind die Immobilienpreise in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen zwei Jahren explodiert. Das Unternehmen „Scoperty“ hat nach eigenen Angaben den Immobilienbestand in Deutschland analysiert und bietet die Daten auf einer Karte im Internet an. Eine Auswertung dieser Daten von 2018 bis 2020 habe nun gezeigt, dass der Preis für Immobilien im Nordosten in dieser Zeit um durchschnittlich 26 Prozent gestiegen sei.

Scoperty gibt an, bei seiner Analyse nahezu alle Wohnimmobilien in Deutschland mittels künstlicher Intelligenz bewertet zu haben. Auch die Menschen, die noch gar nicht ans Kaufen oder Verkaufen gedacht haben, sollen auf diese Weise einen Überblick bekommen. Die Karte mit allen Daten ist öffentlich einsehbar. Dort sind mitunter alle Häuser in der Nachbarschaft mit einem Preisschild versehen, das einen Schätzwert anzeigt. Maximale Transparenz, verspricht das Unternehmen. Doch wenn ein Besitzer nicht will, dass seine Immobilie mit Preisschild im Internet steht, muss er erst widersprechen.

Höchste Preise in Ahrenshoop

Die teuersten Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns befinden sich demnach alle auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst: So soll in Ahrenshoop der Quadratmeter Wohnfläche aktuell schätzungsweise 5090 Euro kosten, in Wustrow sind es 5082 Euro und in Prerow 4269 Euro. Die Betreiber erklären das mit der Nähe zu Rostock: So sei die Hansestadt mit (3061 Euro) im Vergleich zu den anderen Städten das teuerste Pflaster in MV. Es folgen Schwerin, Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg mit 1815 Euro.

Die günstigsten Gemeinden liegen laut dem mathematischen Computermodell alle im Landkreis Vorpommern-Greifswald: Iven (681 Euro), Krusenfelde (701 Euro) und Spantekow (705 Euro). Dennoch soll auch im Süden Vorpommerns der Durchschnittspreis in den vergangenen zwei Jahren um kräftige 29 Prozent gestiegen sein. „Das ist Wachstum von einer kleinen Basis aus“, sagte Scoperty-Geschäftsführer Michael Kasch bei einer Präsentation der Zahlen. So seien die Preise noch lange nicht mit Rostock vergleichbar, dennoch würden sich die Immobilienpreise in MV eher angleichen, als auseinanderzudriften, wie es in anderen Bundesländern der Fall sei.

Makler aus der Region können diese enormen Preissprünge nicht nachvollziehen. So seien laut der Sparkasse Vorpommern die Immobilienpreise in den vergangenen zwei Jahren eher im einstelligen Bereich gewachsen. Die Sparkasse Mecklenburg-Strelitz spricht zwar von einem kräftigen Wachstum von 20 Prozent, allerdings über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Teurer werden vor allem die Städte, oder wie es der Neubrandenburger Makler Stefan Kaczmarzyk sagt: „Die Jugend geht wieder raus.“ So hätten junge Menschen lange Zeit die Nähe zur Innenstadt gesucht, wegen steigender Preise würden sie sich aber zunehmend auch mit ländlichen Objekten zufriedengeben.

Lesen Sie mehr dazu in diesem Artikel auf Nordkurier Plus: Wissen, wie teuer das Haus der Nachbarn ist – das taugen die Daten von Scoperty

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