ESCORT-GIRL SAUER

Prostitution in MV wieder komplett verboten

Kurzes Vergnügen: Eine Prostituierte aus Neubrandenburg hatte gerade vor Gericht erstritten, dass sie doch als Escort arbeiten darf, und prompt änderte die Regierung einfach die Bestimmungen.
MV hat die Bestimmungen zur Prostitution geändert.
MV hat die Bestimmungen zur Prostitution geändert. Boris Roessler
Aus verständlichen Gründen möchte „Letizia“ aus Neubrandenburg nicht erkennbar in der Zeitung abgeb
Aus verständlichen Gründen möchte „Letizia“ aus Neubrandenburg nicht erkennbar in der Zeitung abgebildet werden. Sie hat uns dieses Foto zur Verfügung gestellt, auf dem sie nach eigenen Angaben zu sehen ist. Es zeigt sie gemeinsam mit Kolleginnen bei einer Demo anlässlich des „Internationalen Hurentags“ am 2. Juni dieses Jahres in Berlin. ZVG / Johanna Weber
In Hamburgs „Susis Show Bar“ serviert eine Tänzerin mit Mundschutz den Gästen die Getränke. In Meck
In Hamburgs „Susis Show Bar“ serviert eine Tänzerin mit Mundschutz den Gästen die Getränke. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Bestimmungen zur Prostitution geändert. Axel Heimken
In Hamburgs „Susis Show Bar“ serviert eine Tänzerin mit Mundschutz den Gästen die Getränke. In Meck
In Hamburgs „Susis Show Bar“ serviert eine Tänzerin mit Mundschutz den Gästen die Getränke. In Mecklenburg-Vorpommern wurden die Bestimmungen zur Prostitution geändert. Axel Heimken
Neubrandenburg.

Als der Lockdown beschlossen wurde, ging auch das horizontale Gewerbe komplett in die Knie. Eine der Betroffenen ist eine Prostituierte aus Neubrandenburg, die als Letizia Falkenberg ihre Dienste als Escort anbietet. Die erste finanzielle Not linderte das Corona-Sofortprogramm der Landesregierung für Solo-Selbstständige, auf das sie umstandslos zugreifen konnte. „Aber mein Gewerbe ist ja auch ordnungsgemäß angemeldet, ich zahle Steuern, da stand mir das auch zu“, sagt sie. Aber dann wurden aus Wochen Monate, und als absehbar war, dass sich an der Dauerflaute in ihrem Job nichts ändern würde, studierte sie die Corona-Bestimmungen noch einmal ganz genau.

Erst erlaubte das Gericht ihr Gewerbe wieder – dann änderte sich die Verordnung

Und stellte fest: Eigentlich dürfte sie wieder! Denn verboten war da nur „Prostitutionsgewerbe, Bordelle und ähnliche Einrichtungen“. Das am 1.7.2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz definiert Prostitutionsgewerbe als Profitieren von der Prostitution anderer Personen, also z.B. Betreiben eines Bordells oder Vermietung von Modellwohnungen. Das Erbringen entgeltlicher sexueller Dienstleistungen fällt nicht unter Gewerbe, weshalb sie darauf klagte, wieder Kundenbesuche machen zu dürfen.

Und tatsächlich: Das Verwaltungsgericht in Schwerin entschied vor wenigen Tagen, dass sie auch in Corona-Zeiten ihrer Tätigkeit als Escort-Dame nachgehen kann. „Wenn andere körpernahe Dienstleistungen wie Massage-und Tätowierstudios wieder geöffnet haben dürfen, dann ist das auch nur recht und billig so“, fand Letizia.

Letizia will jetzt zum zweiten Mal klagen

Allerdings bezog sich das Gericht in seinem Urteil auf die „Verordnung zum Schutz gegen Corona-Infektionen in der Fassung vom 23. Juni“ (Az. 7 B 1100/20 SN). Und die wird ab heute ersetzt durch die neue Verordnung vom 7. Juli. Dort geht es zwar fast nur um Lockerungen, aber bei der Prostitution kann davon keine Rede sein. Dort heißt es jetzt in Paragraf 2 unter Absatz 30: „Prostitution ist untersagt. Das Prostitutionsgewerbe ist für den Publikumsverkehr geschlossen.“

Letizia Falkenberg ist empört über die geänderte Verordnung, die man ihrer Meinung nach „still und leise“ umgeschrieben hat. „In der Öffentlichkeit wurde von der Landesregierung nur über Lockerungen geredet, aber dass man hier kleinkariert eine neue Prüderie vorantreibt, wurde mit keinem Wort erwähnt“, sagt sie. Und kündigt an, diesen „Eingriff in meine Grundrechte“ juristisch anzufechten. Bis dahin steht sie ohne Einkommen da.

Den erneuten Gang vor Gericht hätte sie aber ohnehin antreten müssen, da das Gesundheitsministerium gegen den Schweriner Urteilsspruch Einspruch eingelegt hatte. Deshalb geht die Sache nun ans Oberverwaltungsgericht in Greifswald.

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