POLIZEI

Protest gegen Demo zur Reichspogromnacht in Stralsund

Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Nazis!“ wird in Stralsund zum Protest gegen eine Demonstration aufgerufen, die am Jahrestag der Reichspogromnacht stattfinden soll.
Nordkurier Nordkurier
Demonstrationen: Im Stralsunder Stadtteil Knieper Vorstadt und in der Altstadt wird es am Freitag zu Einschränkungen kommen.
Demonstrationen: Im Stralsunder Stadtteil Knieper Vorstadt und in der Altstadt wird es am Freitag zu Einschränkungen kommen. Polizei Stralsund
Stralsund.

An diesem Freitag (9. November 2018), ist in Stralsund mit Verkehrseinschränkungen aufgrund mehrerer Demonstrationen zu rechnen. Die Initiative „Vereint für Stralsund“ hat einen Aufzug samt Versammlung bei der Versammlungsbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen angemeldet.

Gleiches haben Gegendemonstranten getan und rufen zu einer Mahnwache vor dem Theater Stralsund (ab 18 Uhr) sowie der Kundgebung „Gemeinsam gegen Nazis!“ auf.

Am Jahrestag der Reichspogromnacht

Das Szenario erinnert an die Demonstrationen Mitte Oktober. Allerdings fällt es mit dem 9. November dieses Mal auf den Jahrestag der Reichspogromnacht. 1938 brannten in der Nacht auf den 10. November jüdische Geschäfte und Gotteshäuser, tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet.

Daher ruft das Bündnis „Stralsund für alle” dazu auf, gegen die zu protestieren, die ausgerechnet anlässlich dieses Tages „durch die Straßen ziehen wollen, Fremdenhass predigend unter dem Deckmantel der 'Heimatliebe'“.

Verkehr in Stralsund

Nach aktuellem Stand wird es während der Demonstrationen ab dem frühen Abend in Stralsund – insbesondere in den Stadtteilen Knieper Vorstadt und in der Altstadt – zu Beeinträchtigungen für den Fahrzeugverkehr kommen. Dies wird laut Polizei voraussichtlich bis in die späten Abendstunden dauern.

Die Initiative „Vereint für Stralsund“ – die sich selbst als ein Bündnis aus Patrioten bezeichnet – hat auf ihrer Facebook-Seite bereits mehrfach dazu aufgerufen, an der Demonstration (Friedrich-Engels-Straße, 18.30 Uhr) teilzunehmen: „Es kann einfach nicht so weiter gehen in Deutschland. Morde, Körperverletzungen, Vergewaltigungen, jeden Tag diese Einzelfälle. Nicht mit uns!” Die Flyer sind wie im Oktober in schwarz-rot-goldenen Lettern gehalten, „Heimatliebe ist kein Verbrechen” ist darauf zu lesen.

Im Thread der Initiative wechseln sich Nachrichten über Polizeimeldungen, in denen Ausländer oder Flüchtlinge eine Rolle spielen, ab mit Demonstrationen und Fotos von der AfD, samt Gratulation zum Wahlerfolg in Hessen. Nach eigenen Angaben geht die Initiative davon aus, dass ihre Facebookseite demnächst gelöscht wird und hat daher bereits eine neue Seite angelegt.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Das DDR Witzbuch

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Stralsund

zur Homepage