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Protest gegen Schließung der "Rügener Badejungen"-Molkerei

Der Kult-Camembert wird möglicherweise künftig nicht mehr auf der Insel Rügen produziert. Hintergrund des Umzugs ist der Ende 2018 auslaufende Vertrag zwischen der DMK Deutsche Milchkontor und dem Markeneigner Rotkäppchen.
Der Kult-Camembert wird möglicherweise künftig nicht mehr auf der Insel Rügen produziert. Hintergrund des Umzugs ist der Ende 2018 auslaufende Vertrag zwischen der DMK Deutsche Milchkontor und dem Markeneigner Rotkäppchen.
Stefan Sauer

Sie wollen einen Verkauf, aber keine Schließung: Die Beschäftigten der Molkerei des „Rügener Badejungen” haben für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

20 Beschäftigte der „Rügener Badejungen”-Molkerei haben am Montag im niedersächsischen Zeven für den Erhalt ihres Werkes auf Rügen demonstriert. Dort wollte der Aufsichtsrat des Deutschen Milchkontors (DMK) über die Zukunft des Werkes entscheiden, das den Camembert der DDR-Traditionsmarke herstellt.

Das DMK will die Molkerei 2019 aus Kostengründen schließen. Der Käse soll in Thüringen produziert werden. Von einer Sprecherin des DMK hieß es, ein Ergebnis der Aufsichtsratssitzung werde möglicherweise erst am Dienstag vorliegen.

„Rügener Badejunge” kommt seit 1953 aus Bergen

Wie der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Jörg Dahms, sagte, fordern die Beschäftigten statt der Schließung den Verkauf der Molkerei mit derzeit 56 Arbeitsplätzen. Die Frage sei dann: „Woher kommt die Milch”, sagte Dahms. Verträge mit den Rügener Milchbauern habe das DMK. Im Falle der Schließung der Bergener Molkerei würde die Milch an die Käsewerke in Dargun oder Altentreptow gehen.

Medienberichten zufolge würde der Hauptgesellschafter der Rotkäppchen Peter Jülich GmbH das Werk auf Rügen kaufen. Derzeit produziert das DMK den Camembert „Rügener Badejunge” im Auftrag Jülichs. Auch die Firma Ostmilch aus Berlin hätte Interesse. Der „Rügener Badejunge” kommt seit 1953 aus Bergen.

Nach Angaben des DMK brachte die Herstellung des Käses auf Rügen zuletzt rund zwei Millionen Euro Defizit pro Jahr. Selbst hohe Investitionen in eine Modernisierung des Werkes in Bergen würden nicht zu wettbewerbsfähigen Produktionskosten führen, hieß es.