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Prozess gegen Hubert Z. fällt aus

Der ehemalige SS-Sanitäter steht in Neubrandenburg wegen vielfacher Beihilfe zum Mord vor Gericht. Um eine Hauptverhandlung kommt der 94-Jährige jetzt herum.

Das Verfahren gegen den früheren KZ-Sanitäter wird eingestellt. Am Landgericht in Neubrandenburg wird es am Montag eine Pressekonferenz geben.
Bernd Wüstneck Wie geht das Verfahren gegen den früheren KZ-Sanitäter weiter? Am Landgericht in Neubrandenburg wird es am Montag eine Pressekonferenz geben.

Die Entscheidung zum weiteren Fortgang des Verfahrens gegen den früheren KZ-Sanitäter Hubert Z. ist gefallen. Der hochbetagte Angeklagte ist nicht verhandlungsfähig. Deshalb werde keine Hauptverhandlung gegen ihn eröffnet, entschied das zuständige Schwurgericht des Neubrandenburger Landgerichts. Die Öffentlichkeit wird allerdings erst am kommenden Montag über den Beschluss informiert.

Zunächst, so der Sprecher des Landgerichts Christian Deutsch am Freitag, würden die Betroffenen des Verfahrens unterrichtet: Der 94-jährige, ehemalige SS-Mann als Angeklagter sowie die Staatsanwaltschaft Schwerin als Anklagebehörde. Am Montag wird es eine Pessekonferenz des Landgerichts geben.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Februar dieses Jahres gegen den in Gnevkow bei Altentreptow lebenden Hubert Z. Anklage wegen vielfacher Beihilfe zum Mord im KZ Auschwitz im Jahr 1944 erhoben. Sein Verteidiger, Peter-Michael Diestel, hatte zuvor erklärt, es lägen drei Gutachten vor, die die Verhandlungsunfähigkeit seines Mandanten attestieren würden.

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Kommentare (4)

Habe mich schon sehr gewundert,mit was für ein Aufwand gegen den alten Herrn ermittelt worden ist. Es wurde eine Hausdurchsuchung vorgenommen( was wollten die Beamten noch finden ?)Herr Z. kam mit 94 Jahren noch in U-Haft (Wo sollte dort Fluchtgefahr bestehen?)Und zu guter letzt,wurde wurde noch Anklage erhoben. Was wurden durch diese sinnlose Ermittlung für Kräfte gebunden Die hätten sinnvoller eingesetzt werden. Wen nützen eigentlich die Prozesse ? Will man jetzt noch das nachholen,was man früher versäumt hat. Eine individuelle Schuld,kann man Herrn Z. nicht nachweisen und Überlebende der KZ sind rar geworden. Also wurden dort nur sinnlos Steuermittel verpulvert .

Ich denke, nach so langer Zeit müssten andere Formen der Aufarbeitung gefunden werden. Aber welche? Eine Voraussetzung wäre dann natürlich auch, dass Menschen wie Hubert Z. auch reden über ihr Leben im KZ Auschwitz. Der Angeklagte in Lüneburg macht das ja im Rahmen seiner Möglichkeiten. Gleichwohl finde ich es nach wie vor richtig, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt hat. Zu hinterfragen ist allerdings, warum Hubert Z. in Untersuchungshaft kam.

von Klaus Seegert wird wieder mal stellvertretend für das "böse" deutsche Volk vorgeführt. Wie hätte er denn etwas verhindern können? Sollte er an seiner Laderampe streiken? Es wird langsam peinlich. Sucht man immer wieder Gründe, um das deutsche Volk vorzuführen und eine Rechtfertigung es auszubluten? Jeder Deutsche hat direkt oder indirekt beigetragen. Der Steuerzahler, der Hersteller von Baumaterial für die Baracken, der Lieferant für die Lebensmittel der Lagerküche, die gesamten Mitarbeiter der Reichsbahn, welche die Transporte in die Lager organisiert hat u.s.w. Es könnte noch tausende Deutsche treffen, die bei konsequenter Anwendung dieser Justiz wo es nicht mehr auf individuelle Schuld ankommt, ihre letzten Tage im Gefängnis verbringen müssten. Jeder Gutmensch von heute der diesen alten Mann verurteilt, sollte sich mal selber fragen, wie er selber zu jener Zeit reagiert hätte um sich dem verbrecherischen Treiben der Nazis entziehen zu können, ohne sein eigenes Leben zu gefährden.Es geht doch gar nicht um die Bewertung der Taten, die waren abscheulich, unbestritten. Fälle die über 70 Jahre her sind neu aufzurollen. Der Mann ist 94 ! Dreist wenn er auch nur einen Verhandlungstag durchsteht.

... liegt möglicherweise darin, sich - bewusst und freiwillig - für den Dienst in einer verbrecherischen Organisation gemeldet zu haben. Es war ja nicht nicht Himmler, der den Betrieb der Lager sichergestellt hat. Es waren Leute wie dieser heute alte Mann. Dass es eine Zwangsmitgliedschaft deutscher Männer in der SS gegeben haben sollte, wäre mir neu.