GEFÄHRLICHE KÖRPERVERLETZUNG

Prozess nach Messerstichen auf Syrer begonnen

Sie trafen sich in einem S-Bahn-Tunnel in Rostock: Zwei Männer riefen ausländerfeindliche Parolen, schlugen einen Syrer zusammen und stachen schließlich zu.
dpa
Zwei Rostocker müssen sich vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten.
Zwei Rostocker müssen sich vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten. Arne Dedert
Rostock.

Zwei Männer, die im Juli einen Mann aus Syrien bei einer Messerstecherei schwer verletzt haben sollen, müssen sich seit Dienstag vor dem Rostocker Amtsgericht verantworten. Den beiden 29 und 40 Jahre alten Rostockern wird gefährliche Körperverletzung und Beleidigung vorgeworfen, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte. Beide Angeklagte haben sich am ersten Prozesstag einem Verteidiger zufolge nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Früheren Polizeiangaben zufolge sollen sie gemeinsam mit einer Frau in einem S-Bahn-Tunnel in Rostock zunächst ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Daraufhin habe der Syrer sie zur Rede stellen wollen, sei dann aber geschlagen und von dem heute 40-Jährigen schließlich mit einem Messer angegriffen worden. Dabei wurde der 21-jährige Syrer schwer an Brustkorb und Lunge verletzt, so dass er notoperiert werden musste.

Opfer tritt als Nebenkläger auf

Der zweite Angeklagte soll mit einem schweren Fahrradschloss auf den jungen Mann eingeschlagen haben. Die Polizei hatte mit Aufnahmen aus einer Überwachungskamera öffentlich nach den Tätern gefahndet, die sich kurz darauf selbst stellten.

Das Opfer war am Dienstag als Zeuge gehört worden und tritt als Nebenkläger im Prozess auf, sagte seine Anwältin Katrin Hildebrand. „Wir gehen von einem fremden- und islamfeindlichen Motiv aus.“ Der junge Mann sei nach der Tat nach Berlin gezogen, weil er sich in Rostock nicht mehr sicher gefühlt habe.

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