Plötzlicher Todesfall

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Greifswalder Professor Freyberger verstorben

Professor Harald J. Freyberger
Professor Harald J. Freyberger
dpa-Archiv

Der Psychologie-Professor Harald Jürgen Freyberger ist überraschend gestorben. Der Psychologe wirkte in Greifswald und Stralsund – und engagierte sich in MV in vielen Projekten.

Der Psychologie-Professor Harald Jürgen Freyberger ist im Alter von 61 Jahren überraschend gestorben. Eine Sprecherin des Uniklinikums Greifswald, an dem er einen Lehrstuhl für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin innehatte, bestätigte auf Nordkurier-Anfrage, dass das Uniklinikum die Todesnachricht am Donnerstagmorgen erhalten habe.

Freyberger war seit 1997 Professor und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Greifswalder Universität im HELIOS Hanseklinikum Stralsund. Er engagierte sich in zahlreichen Projekten zur DDR-Vergangenheitsbewältigung und war erst kürzlich in einen Beirat berufen worden, der daran mitwirken sollte, die Missbrauchs-Vorfälle in der katholischen Kirche Mecklenburgs aufzuklären.

Unimedizin zeigt sich tief betroffen

Prof. Dr. Max P. Baur, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Greifswald, sagte: „Wir sind zutiefst betroffen von der Nachricht. (...) Er hat in seinem Fachgebiet neue Maßstäbe gesetzt. Professor Freyberger war ein hochgeschätzter Arzt und Wissenschaftler, sowohl bei den Studierenden, bei seinen Patienten als auch bei seinen Kollegen. Er hat viele gesellschaftlich brisante Themen aktiv aufgegriffen und in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, so beispielsweise die Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Psychiatrie oder die Langzeitfolgen des DDR-Dopings. Wir fühlen mit seiner Familie und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.“ 

Aktivitäten für Doping-Opfer-Hilfe

In die Kritik geraten war er kürzlich für seine Aktivitäten für die Doping-Opfer-Hilfe (DOH): Eine Gruppe von Doping-Experten um Professor Werner Franke hatte unter anderem Freyberger vorgeworfen, es im Zusammenhang mit seinen Forschungen zu „transgenerationaler Traumatransmission” an Distanz zum DOH mangeln zu lassen. Die scheidende DOH-Vorsitzende, die die Nachricht von Freybergers Tod am Donnerstag auf der Mitgliederversammlung des DOH verkündete, bezeichnete seinen Tod als „Schock”.

In Greifswald und Stralsund war Freyberger wegen seines vielfältigen Engagements ein geachteter Mitbürger. Der gebürtige Hamburger hatte unter anderem in Hannover studiert und vor seiner Zeit in Greifswald unter anderem in Lübeck gewirkt. Er war Mitglied zahlreicher Fachvereinigungen und Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften.

Kommentare (1)

Prof. Freyberger war in Ausbildung wie Tätigkeit stets Mediziner und nicht Psychologe. Auch wenn Teile der Professionen sich überlappen, so sollte man doch bitte korrekt berichten.