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Neue Vorwürfe gegen Marcus Japke

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Ex-Radiomoderator muss erneut vor Gericht

Marcus Japke (2. von links) muss sich ab Ende Februar erneut vor Gericht verantworten.
Marcus Japke (2. von links) muss sich ab Ende Februar erneut vor Gericht verantworten.
Archiv NK

Über Strohmänner soll Marcus Japke bei Gewinnspielen seines Senders mit abkassiert haben. Der Trick war simpel und blieb über lange Jahre unentdeckt.

Erst Kindesmissbrauch, jetzt der Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs: Der ehemalige Radiomoderator Marcus Japke muss erneut vor Gericht. Am 23. Februar beginnt der Prozess am Rostocker Landgericht. Japke wird außerdem betrügerischer Bankrott vorgeworfen, sagte ein Gerichtssprecher auf Nachfrage des Nordkurier.

Der Morgenshow-Moderator soll regelmäßig Gewinnspiele seines Senders Ostseewelle manipuliert haben, indem er Strohmänner gewinnen ließ. Die Gelder in Höhe von rund 61 000 Euro soll er sich dann mit ihnen und einem weiteren Komplizen geteilt haben.

Gefängnisstrafe wegen Kindesmissbrauchs

Jeweils 25 Prozent der Gewinne seien an den Moderator und seinen Komplizen gegangen, die restlichen 50 Prozent an die Strohmänner. Der Trick sei über Jahre hinweg unentdeckt geblieben – vom September 2004 bis zum 21. März 2012. Zugleich wirft die Staatsanwaltschaft dem einstigen Radio-Star betrügerischen Bankrott vor. In einem Privatinsolvenzverfahren soll er Gelder beiseite geschafft und verschwiegen haben.

Erst am 1. Oktober 2014 war Japke wieder auf freiem Fuß gesetzt worden. Das Urteil zu drei Jahren und zwei Monaten Haft wegen Kindesmissbrauchs war im November 2012 ergangen. Der Mann hatte in dem Prozess gestanden, ein anfangs zwölf Jahre altes Mädchen zwischen 2005 und 2008 missbraucht zu haben. Ihm waren 46 Einzeltaten vorgeworfen worden. Im Falle einer neuen Verurteilung droht Japke eine Gesamtfreiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren.