NATURSCHUTZ

Ranger auf Rügen werden deutlich öfter angegriffen

Beschimpft, beleidigt, Auto zerkratzt: Naturschutz-Ranger brauchen mehr als ein dickes Fell, sie organisieren jetzt Selbstverteidigungskurse. Im Nationalpark auf Rügen wurden viele Bußgelder verhängt.
dpa
Carsten Wagner, Ranger im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und Vorsitzender des Bundesverbandes Naturwacht.
Carsten Wagner, Ranger im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und Vorsitzender des Bundesverbandes Naturwacht. Bernd Wüstneck
Zum Weltranger-Tag am 31.07.2021 erinnern die Naturschutz-Wächter an Kollegen weltweit, die im Dienst ums Leben kamen.
Zum Weltranger-Tag am 31.07.2021 erinnern die Naturschutz-Wächter an Kollegen weltweit, die im Dienst ums Leben kamen. Bernd Wüstneck
Wieck ·

Der Ton in Deutschlands Naturschutzgebieten wird rauer. „Zunehmend werden wir Rangerinnen und Ranger als Hindernis gesehen, persönliche Freiheiten auszuleben”, sagt Carsten Wagner als Vorsitzender des Bundesverbandes Naturwacht, der Interessenvertretung der rund 700 deutschen Naturschutz-Ranger, am Montag. Wagner ist Ranger im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und berichtet von Beschimpfungen, dass ihm das Auto zerkratzt und er sogar verbal mit dem Tod bedroht worden sei.

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Frank Grütz, Ranger in Saarland, schildert in einer Mitteilung des Verbandes einen Angriff auf einen Naturschutzbeauftragten im Mai, nachdem dieser drei Motocross-Fahrer auf einem schmalen Fußpfad durch ein Naturschutzgebiet angehalten habe. „Er wurde daraufhin zu Boden geworfen und zusammengeschlagen.” Im Nationalpark Schwarzwald hätten fünf Mountainbiker auf einem illegal befahrenen Weg einen Ranger zu Boden gestoßen und versucht, dessen Dienstjacke zu stehlen.

Zum Weltranger-Tag am 31. Juli erinnern die Naturschutz-Wächter an Kollegen weltweit, die im Dienst ums Leben kamen. Im vergangenen Jahr verloren dem Verband zufolge weltweit 138 Rangerinnen und Ranger ihr Leben durch Wilderer, Unfälle oder Tiere.

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Illegale Wege getrampelt

Die Ranger haben auf die Einhaltung der Regeln in Schutzgebieten zu achten und Verstöße dagegen zu ahnden. Allein im kleinen Nationalpark Jasmund auf Rügen wurden Wagner zufolge im vergangenen Jahr acht neue illegale Abstiege durch die Kernzone zur Kreideküste und etwa 100 sonstige illegale Wege getrampelt. Nach 190 geahndeten Verstößen im Jahr 2019 seien 2020 dort 439 Verwarn- oder Bußgelder verhängt worden. Das führe zwangsläufig zu Konflikten. Er beobachte das schon seit mehreren Jahren. Die Corona-Krise habe mit einer Zunahme des Besucherdrucks auf die Schutzgebiete das noch einmal verstärkt.

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Um die Ranger besser auf brenzlige Situationen vorzubereiten, organisiert die Bundesvereinigung Naturwacht Deeskalationskurse. Der erste soll im September im Harz stattfinden, sagt Wagner. „Er war zwei Tage nach der Ausschreibung ausgebucht.” Auch ein zweiter Kurs im Oktober im Schwarzwald sei schon voll. Bestandteil sei dabei auch ein Selbstverteidigungskurs durch einen Karate-Lehrer.

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Kommentare (2)

mit kalren Hinweisen, mit mehr Polizeidichte, - präsenz - Unterstützung - Networking.
Wenn bekannt ist das saftige Strafen drohen und die Polizei strikt reagiert wird ein Umdenken stattfinden. Der Staat muss es nur wollen!

Soll die Polizei jetzt auch noch in Buchenwäldern Streife fahren? Wie soll das funktionieren. Schon mal im z.b. Nationalpark Königsstuhl gewesen?
Und selbst wenn die Polizei dort Fußstreife geht, wo nehmen sie diese Polizisten her?
Wie wäre es wenn sich einfach an die Regeln gehalten wird?
Wird nur schwierig mit uns Deutschen da etliche meinen sie wären was Besseres und dürften alles.