VERKAUF

Real-Märkte in MV und Brandenburg bekommen Galgenfrist

Im Zuge der anstehenden Zerschlagung der Handelskette real sollen rund 30 der fast 280 Märkte komplett geschlossen werden. Vielen Mitarbeitern droht der Jobverlust.
Real ist an einen deutsch-russischen Erwerberverbund verkauft (Symbolbild).
Real ist an einen deutsch-russischen Erwerberverbund verkauft (Symbolbild). Oliver Berg
Neubrandenburg.

Der Verkauf der real-Märkte wird im Nordosten, darunter in Neubrandenburg, Schwedt oder Greifswald, nicht sofort spürbar sein. In einem Brief an die Mitarbeiter hat Olaf Koch, Chef des Mutterkonzerns Metro, angekündigt, dass frühestens Mitte des Jahres die Übergabe an die Käufer erfolgen folgen.

In dieser Woche hatten sich Metro und der deutsch-russische Erwerberverbund auf einen Preis von einer Milliarde Euro für die knapp 280 real-Märkte in Deutschland geeinigt. Verträge und Rechte der Mitarbeiter sollten auf die neuen Eigentümer übergehen, versicherte Koch. In den nächsten Wochen werde entschieden, welche Märkte zu den etwa 30 Standorten zählen, die komplett geschlossen werden sollen.

34.000 Mitarbeiter bei real

Nach dem anderthalbjährigen Verkaufspoker mit mehreren gescheiterten Interessenten sind die rund 34.000 Mitarbeiter der Handelskette verunsichert und sauer. „Wir wollen in sichere Hände” steht auf dem Plakat, das ein Real-Mitarbeiter vor dem Congress Center Düsseldorf den Metro-Aktionären entgegen hält.

Dort findet die jährliche Hauptversammlung des Konzerns statt, der sich künftig nur noch auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren will. Hunderte Mitarbeiter demonstrieren am Rande des Aktionärstreffens für die Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne. Der Gesamtbetriebsrat hatte jüngst vor dem Verlust von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen gewarnt. 

Real-Beschäftigte: „Wir wollen in sichere Hände.”

Märkte in MV und Brandenburg

Die Gewerkschaft Verdi bekräftigte ihre Forderung, dass die Beschäftigten so schnell wie möglich Klarheit über ihre Zukunft erhalten müssten. Demonstrationen der Mitarbeiter wie in Nordrhein-Westfalen seien im Nordosten vorerst nicht geplant, so Landesfachbereichsleiter Matthias Baumgart. Die Mitarbeiter würden beizeiten auf die Kunden zugehen und über ihre Lage informieren. In Mecklenburg-Vorpommern sind in acht Märkten rund 1000 Frauen und Männer beschäftigt, in Berlin und Brandenburg rund 2000 Menschen in 16 Märkten.

Nach den aktuellen Planungen wollen die künftigen Besitzer den Großteil der Märkte an Handelsunternehmen wie Edeka, Kaufland oder Globus übergeben. Unterdessen werden auch mehr Einzelheiten über die Käufer der real-Märkte bekannt. Hinter dem Geschäft steht als Geldgeber die SCP Group mit Sitz in London und Luxemburg, eine Tochter der russischen Beteiligungsgesellschaft Sistema. Als Spezialisten für Handelsimmobilien hat SCP in Deutschland das Unternehmen x+bricks eingebunden.

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