Hakenkreuz-Schmierereien
Rechtsextreme verhöhnen totes Kind

Bürger der Stadt entfernten die Hakenkreuze und stellten stattdessen Blumen und Herzen auf. (Symbolfoto von einem anderen Ort.)
Bürger der Stadt entfernten die Hakenkreuze und stellten stattdessen Blumen und Herzen auf. (Symbolfoto von einem anderen Ort.)
Paul Zinken (Archiv)

Ein syrisches Kind starb bei einem Unfall in Mecklenburg, kurze Zeit später tauchten am Unglücksort mehrfach Hakenkreuze auf. Die Politik reagierte entsetzt.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat mit Erschütterung auf einen rechtsextremen Vorfall in der westmecklenburgischen Kleinstadt Schönberg reagiert. Dort waren wiederholt Hakenkreuze auf eine Straße geschmiert worden, an der Ende Juni ein neunjähriger syrischer Junge bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückt war. Schwesig sagte dem Nordkurier am Sonntagabend: "Das ist eine widerwärtige Tat. Es gibt nichts Schlimmeres, als das eigene Kind zu verlieren. Ich bin entsetzt, wie man so hasserfüllt sein kann. Es muss alles getan werden, um den Täter zu finden."

Das erste Hakenkreuz wurde der Polizei zufolge Anfang Juli auf die Straße gesprüht, ein zweites Hakenkreuz tauchte Ende Juli auf, versehen mit dem Zusatz „1:0“. Wegen des offenbar fremdenfeindlichen Hintergrunds ermittelt der Staatsschutz. Das Kind stammte aus einer syrischen Flüchtlingsfamilie, die seit 2015 in Deutschland leben soll.

Innenminister Caffier: "Erschütternde Verhöhung der Opfer"

Konkrete Hinweise auf Verdächtige gibt es nach Angaben von MV-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) gegenüber Bild.de noch nicht. Dem Nachrichtenportal zufolge hätten Bürger der Stadt die Hakenkreuze entfernt und stattdessen Blumen und Herzen aufgestellt. Dem Portal sagte der Minister auch, die Schmierereien seien „eine erschütternde Verhöhnung des Opfers.“ Er habe im Gespräch mit den Sicherheitsbehörden darauf verwiesen, dass alles zu tun sei, um in dem Fall eine möglichst zügige Aufklärung zu erreichen.

Der Bürgermeister von Schönberg, Lutz Götze (SPD), zeigte sich gegenüber der Ostsee-Zeitung erschüttert. Schon der tragische Unfall sei Anlass genug, für Entsetzen und Trauer, sagte er. Den leidgeprüften Eltern gelte sein volles Mitgefühl. „Und dann kommen Menschen auf die Idee, dieses tragische Ereignis mit Symbolen aus der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte, dem Nationalsozialismus, mit Hakenkreuzen, auf dem Gehweg zu kommentieren!“ So etwas könne „nur den vernebelten Köpfen politisch Rechtsgerichteter“ entspringen, „von Menschen, die nicht in de Lage sind, Ihr Tun und Lassen zu beurteilen.“ Mit politischen Auseinandersetzungen über die Flüchtlings-Thematik habe der Vorfall nicht das geringste zu tun, sagte der Bürgermeister.

Der tödliche Unfall hatte sich am 21. Juni ereignet. Den Angaben der Polizei zufolge war das Kind mit dem Fahrrad ins Schlingern geraten und vom Gehweg auf die Straße gerutscht. Dort sei der Junge von einem Traktor erfasst worden. Zwar sei er noch per Rettungshubschrauber in eine Klinik gefolgen worden, dort aber einige Tage später an den Folgen der Verletzungen gestorben.

 

Kommentare (1)

Warum wird behauptet , bevor überhaupt ein Täter ermittelt wurde, dass es Rechtsradikale waren . Vielleicht haben andere diese verbotenen Symbole nur benutzt, um den sogenannten rechtsradikalen eins auszuwischen. Sonst wird man doch immer vom NK gerügt wenn man nur Vermutungen äußert.