ZAHLEN STEIGEN

Rechtsextremisten in MV besitzen 443 Waffen

Rechtsextremisten im Nordosten sind immer stärker bewaffnet. Der Waffenbesitz von bekannten Reichsbürgern hat hingegen abgenommen.
Eine Waffenbesitzkarte besitzen 53 Rechtsextremisten in Mecklenburg-Vorpommern, 443 Waffen sind außerdem im Besitz von R
Eine Waffenbesitzkarte besitzen 53 Rechtsextremisten in Mecklenburg-Vorpommern, 443 Waffen sind außerdem im Besitz von Rechtsextremisten. Patrick Pleul
Schwerin ·

443 Waffen sind aktuell im Besitz von bekannten Rechtsextremisten in Mecklenburg-Vorpommern. Das geht aus einer Kleinen Anfrage von Peter Ritter (Die Linke) an die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern hervor. Im Juli 2018 waren es laut Antwort auf eine entsprechende Anfrage noch 125 Waffen. Reichsbürger hingegen verfügen über 79 Waffen (2018: 101), Linksextremisten weiterhin über gar keine.

Eine oder mehrere Waffenbesitzkarten besitzen 53 Personen in MV, die dem rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen sind, insgesamt sind es 99 Waffenbesitzkarten. Die Zahl der Karten für Rechtsextremisten hat sich somit seit 2018 mehr als verdoppelt. Damals wurden bekannten Rechtsextremisten noch 26 Waffenbesitzkarten zugeordnet.

Acht Rechtsextremisten und 19 Reichsbürgern waffenrechtliche Erlaubnisse entzogen

Im Bereich „Reichsbürger und Selbstverwalter” haben elf Personen insgesamt 14 Waffenbesitzkarten, bei Linksextremen finden sich wiederum keine. In der Vergangenheit sind insgesamt acht Rechtsextremisten und 19 Reichsbürgern waffenrechtliche Erlaubnisse entzogen worden, aktuelle Verfahren würden außerdem noch laufen.

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34 Personen aus beiden Spektren und drei Linksextremisten besitzen einen kleinen Waffenschein. Einen großen Waffenschein besitzt niemand von ihnen. Zur Waffenart selbst liege kein statistisch aufbereitetes Material vor, Stand der Evaluierung in Schwerin war der 17. Februar.

„Fatales Signal” nach rechtsterroristischen Anschlägen

Für Peter Ritter sind diese Zahlen erschreckend: „Seit Juli 2018 hat sich die Zahl von Rechtsextremisten verdoppelt, denen es durch Behörden des Landes erlaubt ist, Waffen zu besitzen. Dazu kursieren mehr als 520 Waffen unter den Menschenfeinden am rechten Rand – ganz legal!” Das sei ein fatales Signal, insbesondere nach den jüngsten rechtsterroristischen Anschlägen von Halle, Hanau und Wolfhagen-Istha bei Kassel.

Die Zahlen würden auf ein massives Versagen der Sicherheitsbehörden hinweisen. Peter Ritter sieht besonders den Verfassungsschutz in der Schuld und schließt ab: „Diese Entwicklung sollte uns in jedem Fall alle alarmieren.“

Das Personenpotenzial aus dem rechtsextremistischen Spektrum in MV bewegt sich laut dem letzten Verfassungsschutzbericht von November 2020 mit rund 1670 über dem Niveau des Vorjahres (1500). Die Zahl sogenannter Reichsbürger und Selbstverwalter stieg um 100 auf rund 550. Dem Linksextremismus werden in MV demnach 500 Menschen zugeordnet.

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Kommentare (3)

Wie viele Waffen sind geschätzt in der Unterwelt und der Zuwanderung in D im Umlauf und wie groß ist das Verhältnis gegenüber der rechten Szene? Wann wird diese Potential mal Ziel führend angegangen um anzubauen?

Rechtsextremisten mit alltäglichem Zugang zu illegalen Waffen zählen zur organisierten Kriminalität.

Die Frage wieviele Waffen bei der Zuwanderung liegen ist zudem Quatsch. Wer importiert den ganzen Kram aus Osteuropa denn nach Deutschland und wer hat beim Waffenhandel was zu melden?

Bestimmt keiner vom Schlauchboot.
Das sind alles Abnehmer.

Aber find ich gut, dass Sie sich so engagiert bei dem Thema zeigen. Vielleicht sollten Sie das Thema mal öffentlich angehen, damit sich was ändert.

"Rechtsextremisten im Nordosten sind immer stärker bewaffnet.", ist natürlich eine falsche Schlussfolgerung, aufgrund der Aussage des SED Innenexperten Ritter.

"Die Zahlen würden auf ein massives Versagen der Sicherheitsbehörden hinweisen. Peter Ritter sieht besonders den Verfassungsschutz in der Schuld und schließt ab: „Diese Entwicklung sollte uns in jedem Fall alle alarmieren.“

Die Zahlen weisen eher darauf hin, dass der Verfassungsschutz immer mehr Personen als rechtsextrem einstufen muss, die Justiz dieses aber nicht bestätigt.

Nebenbei ist dieser Innenexperte Landesvorsitzender einer Vereinigung die in anderen Bundesländern vom Verfassungsschutz beäugt wird. Ob Ritter, als Linksextremer, über eine WBK verfügt geht nicht aus dem Artikel hervor, ist ja auch egal. Ritter verbreitet gerne Unsinn, da seine Heimat in der seine Partei immer Recht hatte, beschützt durch ihr Schild und Schwert, dem MfS, im Orkus verschwunden ist, jetzt spielt er sich gerne als Verteidiger der FDGO auf.