Der Greifswalder Wissenschaftler Professor Lars Kaderali erklärt, warum die Omikronwelle jetzt bricht.
Der Greifswalder Wissenschaftler Professor Lars Kaderali erklärt, warum die Omikronwelle jetzt bricht. Vincent Leifer
Coronavirus

Regierungsberater Kaderali – Omikron findet weniger Opfer

Die Omikron-Welle scheint zu brechen. Zumindest ist die bundesweite Inzidenz rückläufig. Warum sich das wieder ändern könnte, erklärt Bio-Informatiker Lars Kaderali.
dpa
Greifswald

Das Brechen der Omikron-Welle ist aus Sicht des Bioinformatikers und Expertenrat-Mitglieds Lars Kaderali mit einer Art Sättigungseffekt zu erklären. „Mit der steigenden Zahl von Genesenen findet das Virus immer weniger Menschen, die noch für eine Infektion empfänglich sind”, sagte der Greifswalder Wissenschaftler auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Zahlen könnten wegen Lockerungen wieder steigen

Mit veränderten Regelungen, etwa durch Lockerungen der Corona-Maßnahmen, könnten sich allerdings neue Kontaktnetzwerke ergeben, in denen die Virusverbreitung doch wieder Fahrt aufnimmt. „Der Sättigungseffekt kann also ein Stück weit wieder wegfallen.” In Dänemark beispielsweise stiegen die Zahlen nun wieder.

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„Das ist eine dynamische Geschichte. Deshalb sagen wir auch: Nur vorsichtig lockern," sagte Kaderali, der Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung ist. Auch mögliche Effekte durch die Ausbreitung des Omikron-Subtyps BA.2 seien noch nicht eingepreist – befürchtet wird, dass er die Welle verlängern könnte. BA.2 ist offenbar noch besser übertragbar als die bisher in Deutschland verbreitete Omikron-Untervariante BA.1. Relativ gesichert von einem ruhigeren Fahrwasser ausgehen könne man erst ab etwa April, wenn auch saisonale Effekte die Virusausbreitung bremsen, sagte Kaderali.

Inzidenzrückgang wegen überlasteter Meldesysteme?

Die Zeit der täglich neuen Höchstwerte bei den offiziellen Infektionszahlen in der Omikron-Welle scheint erst einmal vorbei zu sein. Der Trend der vergangenen Tage ist rückläufig. Es könnte allerdings auch sein, dass der Inzidenzrückgang nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen widerspiegelt, sondern Folge eines überlasteten Melde- und Testsystems ist. Hinzu kommt, dass in weiten Teilen des Landes Winterferien sind und Schüler entsprechend nicht regelmäßig getestet werden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte in seinem jüngsten Wochenbericht geschrieben, dass der Höhepunkt der fünften Welle noch nicht erreicht sei.

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Kommentare (2)

Die Idee, die nächsten zweihundert Jahre, Mundschutz beim Lebensmitteleinkauf zu tragen, ist hygienisch löblich. Aus gesundheitlicher bzw. Ansteckungssicht lebensfern. Coronaviren gab es schon vor 2020, es wurde nur nicht getestet geschweige benannt. Tödliche und weniger gefährliche Grippeviren gibt es noch länger und ich kann mich nicht erinnern, dass man Mundschutz tragen musste. Die sich vorbehaltene Coronaisierung aller Lebensbereiche ist ein früher und schnellerer Sargnagel des westlichen Wertesystems.

Ob Kaderali oder Lauterbach, die sind nur durch Corona groß geworden, darauf beruht ihre Daseinsberechtigung, die würde sonst niemand kennen. Natürlich finden diese Leute immer wieder einen Grund, um die Pandemie am laufen zuhalten. Dieses geistige Gewölle kann man doch nicht mehr ertragen.