Im Kurpark Lubmin ist am Samstag unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden in der Welt. Deutschland zu Gast in Lubmin,
Im Kurpark Lubmin ist am Samstag unter dem Motto „Gemeinsam für Frieden in der Welt. Deutschland zu Gast in Lubmin, Nord Stream 2 öffnen, Nord Stream reparieren” demonstriert worden. -
Protest

Regierungskritiker demonstrieren in Lubmin

Rund 700 Menschen sind am Sonnabend in Lubmin gegen die aktuelle Regierungspolitik auf die Straße gegangen. Es ging um Krieg, Gas, Waffen und Corona.
dpa
Lubmin

In Lubmin sind erneut regierungskritische Demonstranten zusammengekommen. Redner forderten am Samstag etwa Friedensverhandlungen für den Krieg in der Ukraine und die Nutzung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2, die in der vorpommerschen Gemeinde anlandet.

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Polizeischätzungen zufolge kamen etwa 700 Menschen in den Lubminer Kurpark. Das waren deutlich weniger als Ende September, als etwa 3500 gekommen waren.

Ende der Sanktionen gefordert

Redner und Rednerinnen warfen der Bundesregierung vor, Deutschland bewusst zu schaden. Sie forderten ein Ende der Sanktionen gegen Russland und der Waffenlieferungen an die Ukraine. NATO und die USA wurden kritisiert, ebenso die Corona-Politik. In den Reden wurden auch Pläne, in Lubmin Flüssig-Erdgas (LNG) anzulanden, scharf kritisiert. Es waren mehrere Russlandflaggen zu sehen.

Erneut gab es einen Zwischenfall im Zusammenhang mit ukrainischen Gegendemonstrantinnen. Wie ein Polizeisprecher am Samstagnachmittag sagte, habe ein Mann ein Protestschild von einer der jungen Frauen entrissen und zerrissen. Zu der Gegendemo waren vier Ukrainerinnen und eine Unterstützerin erschienen. Weil die Frau anschließend über Schmerzen im Handgelenk geklagt habe, ermittle die Polizei wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Mann habe außerdem ein Einhandmesser bei sich getragen. Deshalb werde auch wegen einer Straftat nach dem Versammlungsgesetz ermittelt.

Schon Ende September war es aus Reihen der eigentlichen Demo zu Handgreiflichkeiten gegen die ukrainischen Aktivistinnen gekommen. Dieses Mal hielten sie ihre Mahnwache etwas abseits der eigentlichen Demo und in direkter Nähe mehrerer Polizisten. Die Demos in Lubmin stehen unter anderem wegen einer teils medienfeindlichen Stimmung und Verbindungen mit rechter Politik in der Kritik. Auch am Samstag wurde eine Journalistin auf der Bühne wieder namentlich kritisiert.

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