In Schwerin haben nach Angaben der Polizei Reifenstecher über Wochen gezielt Autos von ukrainischen Fahrzeughaltern attac
In Schwerin haben nach Angaben der Polizei Reifenstecher über Wochen gezielt Autos von ukrainischen Fahrzeughaltern attackiert. (Symbolfoto) Torsten Bengelsdorf/Archiv
Durchsuchungen

Reifen an Autos von Ukrainern zerstochen

Seit Ende März haben Reifenstecher in Schwerin Autos von ukrainischen Fahrzeughaltern im Visier. Nun gab es Durchsuchungen bei zwei Tatverdächtigen. Hören die Angriffe nun auf?
dpa
Schwerin

Polizei und Staatsanwaltschaft In Schwerin ermitteln gegen zwei Männer, die über Wochen gezielt Autos von ukrainischen Fahrzeughaltern attackiert haben sollen. Wie eine Polizeisprecherin am Montag sagte, gibt es mehr als 20 Anzeigen von Autobesitzern. Betroffen war vor allem der Stadtteil Großer Dreesch. Die Serie von zerstochenen Autoreifen hatte Ende März begonnen. Im Mai war die Zahl der Verdachtsfälle noch einmal deutlich gestiegen. Der Staatsschutz wird in die Ermittlungen einbezogen.

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Nach umfangreichen Ermittlungen hatte es am Freitag Durchsuchungen bei zwei Tatverdächtigen in Schwerin gegeben. Dabei handele es sich um deutsche Männer mit usbekischen Wurzeln, wie eine Sprecherin der Schweriner Staatsanwaltschaft sagte. Bei diesen Männern seien unter anderem mögliche Tatwerkzeuge beschlagnahmt worden. 

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Die Verdächtigen hätten keine Geständnisse abgelegt. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft die Autos gezielt danach ausgeguckt haben, ob sie ein ukrainisches Nationalitätszeichen - das UA lautet - hatten, was in den meisten Fällen zutraf. Ansonsten seien die betroffenen Autos aufgefallen, weil an ihnen im bestehenden militärischen Konflikt Sympathie-Zeichen für die Ukraine erkennbar waren. 

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Bei den Durchsuchungen  seien auch Spuren gesichert worden. Festgenommen wurde niemand. An einigen Autos sei ein Reifen, an anderen Autos alle vier Reifen zerstochen worden. Somit sei die genaue Schadenshöhe noch unklar. Weitere Einzelheiten - könne die Polizei mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen noch nicht mitteilen, hieß es.

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