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Rein ins Planschvergnügen

In den meisten Badestellen lässt es sich ganz unbeschwert planschen.
In den meisten Badestellen lässt es sich ganz unbeschwert planschen.
Miredi - Fotolia

Wer besser baden will als im Nordosten, kann in Deutschland lange suchen: Von knapp 540 öffentlichen Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark tragen 490 das Prädikat „ausgezeichnet“ - 90 Prozent.

Bereit für die Badegäste: Die Ostsee vor Bansin auf Usedom hat 11,9 Grad, am Volksbad Waren/Müritz sind es 13, und an der Seebadeanstalt am Unteruckersee von Prenzlau 15,2 Grad Celsius. An allen drei Standorten ist die Wasserqualität Spitze. So haben es die ersten Kontrollen der Gesundheitsämter zum Saisonstart 2015 ergeben. Bis zum Saisonabschluss am 10. September sollen alle vier bis fünf Wochen weitere Wasserproben genommen und im Labor analysiert werden.

Nach Auskunft von Heiko Will, Direktor des Landesgesundheitsamtes (Lagus) Mecklenburg-Vorpommern in Rostock, geht es vor allem darum, die Konzentration von natürlich vorkommenden Darmbakterien zu beobachten. Durch Wasservögel oder die Landwirtschaft könne es gelegentlich zu unerwünschten Einträgen in die Badegewässer kommen. Es gelte, mögliche Grenzwertüberschreitungen schnell zu erkennen und bekannt zu machen.

Viele Badestellen mit Gütesiegel

Über die aktuellen Ergebnisse der amtlichen Kontrollen informieren Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auf interaktiven Badewasserkarten. Hinzu kommt jeweils ein Steckbrief der Badestelle, der Auskunft über Serviceangebote wie Parkplätze, Toiletten, Bootsverleih, Kioske oder Restaurants gibt. Mit wenigen Klicks können sich Gäste und Einheimische informieren und gezielt die Badestelle ihrer Wahl ansteuern. In Mecklenburg-Vorpommern hat das Gesundheitsministerium diese Auskünfte auch in einer App zugänglich gemacht.

Der Nordosten bietet beste Voraussetzungen für ungetrübtes Badevergnügen. Von den 495 öffentlichen Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern tragen 441 das Prädikat „ausgezeichnet“, im Land Brandenburg sind es 245 von insgesamt 251, rund 40 liegen allein in der Uckermark. Viele tragen das Gütesiegel der Europäischen Union.

Faltblatt zum „Baden im Meer“

Neben der Wasserqualität klärt das Gesundheitsministerium von Mecklenburg-Vorpommern in diesem Sommer erstmals über Nebenwirkungen des Badens im Meer auf, über allgemeine Baderegeln ebenso wie über das Auftreten von Blaualgen, Nesselquallen und Vibrionen. Im vergangenen Jahr war ein Mensch nach einer Infektion mit Vibrionen gestorben, weitere sieben Frauen und Männer erkrankten teils schwer.

Die Bakterien treten im Salzwasser auf, insbesondere bei Temperaturen von 18 bis 20 Grad Celsius. Sie können durch kleinste Hautverletzungen in den Körper eindringen und Blutvergiftungen auslösen. Als anfällig gelten Ältere und chronisch Kranke. Nach Angaben des Lagus ist das Risiko zwar äußerst gering, dennoch sei die Entscheidung gefallen, in einem Faltblatt darauf hinzuweisen.

„Wir haben uns das nicht leicht gemacht“, sagte Ministerin Birgit Hesse (SPD). Ein sehr emotionaler Brief habe den Ausschlag gegeben. Die Frau eines Betroffenen bedauerte darin, dass sie seinerzeit nichts über die Gefahr von Vibrionen gewusst habe. Andernfalls wäre ihr Mann bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung noch am Urlaubsort zum Arzt gegangen, statt sich für eine lange Heimfahrt ans Lenkrad zu setzen. Zu Hause sei die Krankheit mit voller Wucht ausgebrochen.

Das Faltblatt „Baden im Meer“ soll in den kommenden Wochen mit Hilfe des Tourismusverbandes in den Badeorten an der Ostseeküste verbreitet werden.

www.badewasser-mv.de

www.badestellen.brandenburg.de