Gerichtsverhandlung

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Reitstall-Besitzer gesteht Kindes-Missbrauch

Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage geplant.
Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage geplant.
Jens Büttner

Die Übergriffe sollen bis in das Jahr 2008 zurück reichen. Opfer waren Mädchen, die auf dem Hof Pferde pflegten und ritten.

Der Inhaber eines Reitstalls in der Nähe von Schwerin hat vor dem Landgericht der Landeshauptstadt den sexuellen Missbrauch von zwei Mädchen zugegeben. Zu Beginn des Prozesses am Dienstag ließ der 58 Jahre alte Angeklagte durch seinen Verteidiger ein Geständnis vortragen, den im auch zur Last gelegten Missbrauch einer Fünfjährigen aber bestreiten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, zwischen 2008 und 2010 und dann wieder 2017 drei Kinder vergewaltigt oder missbraucht zu haben. In der Anklageschrift sind nach Angaben des Gerichts insgesamt 18 Fälle aufgelistet. Die Mädchen, die in dem Reitstall Pferde pflegten und ritten, waren zur jeweiligen Tatzeit fünf, zwölf und dreizehn Jahre alt. Mit Rücksicht auf das Alter der Opfer schloss das Gericht die Öffentlichkeit für weite Teile der Verhandlung aus. Die betroffenen Mädchen waren nicht im Gerichtssaal und sollen den Angaben zufolge möglichst auch nicht als Zeugen vor Gericht erscheinen müssen.

Der Verteidiger sagte, dem Angeklagten sei klar, dass er das Interesse der Mädchen am Pferdesport ausgenutzt habe. Im ersten Fall vor zehn Jahren sei es "zu einer gegenseitigen Annäherung gekommen". Ihm sei bewusst, dass er das nicht hätte zulassen dürfen. Aufgrund der "körperlichen Entwicklung" der beiden älteren Mädchen habe er sich über Bedenken hinweggesetzt, dass sie jünger als 14 Jahre waren und damit sexuelle Handlungen mit ihnen den Straftatbestand erfüllten. Der Angeklagte bedauere seine Taten. Er habe kein sexuelles Interesse an Kindern, aber an "jungen Frauen", erklärte der Verteidiger.

Täter hatte sich der Mutter gegenüber offenbart

Der 58-Jährige war im August 2017 verhaftet worden, nachdem eines der Mädchen sich seiner Mutter gegenüber offenbart und diese die Polizei eingeschaltet hatte. Im Zuge der Ermittlungen wurde die Polizei auch auf den Fall der jungen Frau aufmerksam, die zwischen 2008 und 2010 von dem Reitstall-Besitzer missbraucht wurde, als sie noch ein Kind war.

Zudem meldeten sich die Eltern der Fünfjährigen bei den Ermittlern. Deren Vorwürfe gegen den Reitstall-Besitzer seien allerdings "extrem widersprüchlich", sagte der Verteidiger am Rande der Verhandlung. Das Gericht teilte offenbar diese Ansicht und stellte das Verfahren in diesem Fall ein.

Der Prozess soll am kommenden Montag fortgesetzt werden. Dann sollen die Plädoyers gehalten und aller Voraussicht nach auch das Urteil verkündet werden.