COVID-19 IN MV

Rekordwert an Corona-Neuinfektionen – Schüler in Quarantäne

Am Mittwoch wurden so viele Corona-Neuinfektionen in MV gemeldet wie noch nie. Ein Landkreis bat um Hilfe der Bundeswehr, zahlreiche Schulen sind betroffen.
Wie überall in MV gibt es Corona-Hinweise auch auf der Seebrücke des Ostseebades Wustrow auf der Halbinsel Fischland
Wie überall in MV gibt es Corona-Hinweise auch auf der Seebrücke des Ostseebades Wustrow auf der Halbinsel Fischland. Bernd Wüstneck
Schwerin ·

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 181 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden – so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Damit stieg die Zahl der seit März registrierten Infektionen am Mittwoch auf mindestens 3308.

+++ Aktuelle Meldung zu dem Thema: Am Donnerstag 136 neue Corona-Fälle in MV registriert - Ein Landkreis ist kein Risikogebiet mehr. +++

Der bisherige Höchstwert an einem Tag lag bei 173, dieser wurde in der vergangenen Woche gemeldet. Am Dienstag dieser Woche wurden 154 neue Infektionen registriert.

Die meisten Neuinfektionen wurden demnach mit 54 im Landkreis Vorpommern-Rügen gemeldet, gefolgt von Vorpommern-Greifswald mit 49. Die als kritisch geltende Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen haben den Angaben zufolge die beiden Landkreise, Ludwigslust-Parchim sowie die Landeshauptstadt Schwerin überschritten. Landesweit liegt diese mit 49,7 noch knapp darunter.

Corona in Altenheim und Schulen

In einem Altenpflegeheim in Bad Sülze (Landkreis Vorpommern-Rügen) sind 15 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Betroffen seien elf Bewohner und vier Mitarbeiter, teilte ein Sprecher des Landkreises mit. Alle seien umgehend isoliert worden.

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Corona-Fälle meldete der Landkreis auch aus neun Schulen, einem Sonderpädagogischen Förderzentrum und aus der Hochschule Stralsund. Dort sind 27 Studenten und zwei Lehrkräfte nach dem Positivtest einer Studierenden in Quarantäne.

Erstmals hat es jetzt in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) einen Corona-Massentest gegeben. Seine Ergebnisse entscheiden über den Fortgang des Schulunterrichts vor allem der Jüngsten, von denen sich viele in Quarantäne befinden.

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Nach Angaben des Schweriner Justizministeriums haben sich in MV indes bislang keine Häftlinge mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Dagegen hätten sich schon zwei Bedienstete der Vollzugsverwaltung angesteckt, teilte das Ressort am Mittwoch auf Anfrage mit.

Ein Asylbewerber, der positiv auf das Corona-Virus getestet worden ist, ist aus Quarantäneeinrichtung im Flüchtlingsheim Stern-Buchholz verschwunden. Die örtliche Polizeidienststelle sowie das zuständige Gesundheitsamt wurden sofort informiert.

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Neues Abstrichzentrum wird eingerichtet

Im Landkreis Nordwestmecklenburg wurde eine Schülerin der Regionalen Schule Neuburg positiv auf das Sars-CoV-2-Virus getestet. Alle 48 Schüler der Jahrgangsstufe sowie sieben Lehrer müssen laut Landkreis in Quarantäne. Im Zusammenhang mit dem Coronafall an der Grundschule Bobitz seien rund 75 Kinder und insgesamt elf Lehrer und Erzieher getestet worden. Die Ergebnisse sollen demnach in den kommenden Tagen vorliegen.

In dem Landkreis soll am kommenden Montag erneut ein zweites Abstrichzentrum seine Arbeit aufnehmen. Das Zentrum in Grevesmühlen habe es bereits im Frühjahr gegeben. Für einen Abstrich sei eine Überweisung des Hausarztes oder des Gesundheitsamtes nötig.

Die Bundeswehr soll die Hilfe in Nordwestmecklenburg ausbauen. Drei Soldaten sollen demnach bei dem zweiten Abstrichzentrum helfen. Weitere 15 Soldaten sollen das Gesundheitsamt bei der telefonischen Quarantäne-Betreuung unterstützen, zudem sei für sechs Soldaten eine Verlängerung der Arbeit beantragt worden.

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Neuinfektionen in Schwerin

Die Landeshauptstadt Schwerin berichtete von einer Zunahme der von niedergelassenen Hausärzten gemeldeten Neuinfektionen. Rund zwei Drittel der am Mittwoch gemeldeten Neuinfektionen kam demnach von dort. Sieben Erkrankte müssten derzeit stationär im Krankenhaus behandelt werden. Es werde immer schwieriger, die Infektionsketten nachzuvollziehen, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD).

Zudem sei die Mitarbeiterin eines Cafés positiv getestet worden. Für alle Kolleginnen und Kollegen wurde demnach Quarantäne angeordnet. Um wie viele es sich dabei handelt, war zunächst unklar.

In Mecklenburg-Vorpommern starben seit Beginn der Pandemie 24 Menschen an oder mit Covid-19. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vortag nicht erhöht. Landesweit gelten 1916 aller Infizierten als genesen. Nach Angaben der Internetseite www.intensivregister.de werden derzeit in MV 24 Menschen auf Intensivstationen behandelt, fünf mehr als am Vortag. Von ihnen werden demnach neun invasiv beatmet, zwei mehr als am Dienstag.

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