Übung
Retter proben Feuer an Bord einer Fähre in Rostock

Bei der Großübung an Bord der Scandlines-Fähre "Berlin" verließen die Statisten nach dem angenommenen Brand das Schiff über eine Evakuierungsrutsche.
Bei der Großübung an Bord der Scandlines-Fähre „Berlin” verließen die Statisten nach dem angenommenen Brand das Schiff über eine Evakuierungsrutsche.
Bernd Wüstneck

Per Notrutsche haben dutzende Statisten am Abend ein Scandlines-Fährschiff in Rostock verlassen – nur einer von vielen Schritten während einer Großübung.

Mehr als 100 Rettungskräfte haben am Montagabend in Rostock wie angekündigt auf einem Fährschiff und im Überseehafen den Einsatz während eines Feuers an Bord geprobt. Mehrere Teams zur Brandbekämpfung und Verletztenversorgung übten zunächst während der Überfahrt der Scandlines-Fähre „Berlin“ vom dänischen Gedser nach Rostock, bevor Rettungskräfte im Hafen die Versorgung der Passagiere probten, wie die Stadt Rostock am Montagabend mitteilte.

Im Übungsszenario war ein Feuer in einem Hydraulikpumpenraum an Bord des Schiffes ausgebrochen. Dabei wurden 20 Personen verletzt und an Bord behandelt, drei von ihnen schwer. Alle Verletzten wurden dem Seniorkapitän der „Berlin“ zufolge, Hartmut Adam, von Mitarbeitern der Reederei gespielt, die regelmäßig an den Übungen teilnehmen müssen.

Feuerwehr und Rettungsdienste Hand in Hand

Als Brandbekämpfer waren Feuerwehrleute aus Rostock und Lübeck im Einsatz. An Land übernahmen dann Retter von DRK und Malteser Hilfsdienst und übten, viele Verletzte gleichzeitig zu versorgen. Zuvor waren die über die Übung informierten, echten Fährpassagiere im Rostocker Hafen von Bord gegangen.

60 weitere Übungsteilnehmer, die laut Szenario körperlich unversehrt geblieben waren, wurden per Rettungsrutsche auf Flöße gebracht. An Land baute der Katastrophenschutz des DRK mehrere Behandlungszelte auf und organisierte den Abtransport von schwerverletzten Patienten.

Geleitet wurde die Übung den Angaben zufolge von der Rostocker Feuerwehr, auch das Havariekommando Cuxhaven war beteiligt. Kapitän Adam und Christian Braun vom Havariekommando zogen am Abend ein positives Fazit. Eine detaillierte Auswertung mit allen Teilnehmern werde aber erst Ende Februar durch das Havariekommando vorgenommen, sagte Braun.