AB 2020

Rettungshelikopter sollen in MV auch nachts fliegen

Bei der Rettung von Menschenleben zählt jede Sekunde – auch nachts. Doch wenn in MV die Dunkelheit einbricht, müssen alle Rettungshubschrauber am Boden bleiben. Warum?
Andreas Becker Andreas Becker
In MV ist kein einziger der stationierten Rettungshubschrauber nachtflugtauglich. (Symbolbild)
In MV ist kein einziger der stationierten Rettungshubschrauber nachtflugtauglich. (Symbolbild) Jan-Philipp Strobel
Schwerin.

Es war eher eine beiläufige Bemerkung des seit kurzem für das Gesundheitsressort zuständigen Ministers Harry Glawe. Bei der Diskussion im Landtag über Ausschreibungsmodalitäten für Rettungsdienste in MV machte der CDU-Politiker in einem Nebensatz deutlich, dass zusätzliche Rettungshubschrauber in MV durchaus erforderlich seien. Was der Minister im Parlament in der vergangenen Woche andeutete, ist mittlerweile schon in einer konkreten Umsetzungsphase. Das geht aus einer aktuellen Anfrage des Abgeordneten Matthias Manthei (Freie Wähler/BMV) an die Landesregierung hervor.

Im Schriftverkehr zwischen Politiker und Gesundheitsministerium, der dem Nordkurier vorliegt, heißt es von Seiten der Regierung, dass „eine zeitnahe Einführung der Nachtflugrettung am Standort Greifswald zur besseren Versorgung sinnvoll ist“. Gemeint ist damit vor allem das Gebiet um und auf den Inseln Rügen und Usedom. Im Gegensatz zum übrigen Mecklenburg-Vorpommern, wo „auch Krankenhäuser mit Maximalversorgung innerhalb kurzer Transportstrecken erreichbar sind“, gebe es auf den genannten Inseln noch Versorgungslücken.

Rettungshubschrauber in MV nicht nachtflugtauglich

„Ein Vorteil des nächtlichen Einsatzes von Rettungshubschraubern besteht in der Regel dann, wenn bei Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern ein Transport über weite Entfernungen in ein medizinisches Spezialzentrum durchgeführt werden muss“, schreibt das Ministerium an Manthei. Ärzte fordern beispielsweise bei Schädel-Hirn-Trauma, Schlaganfall, Polytrauma und Herz-Kreislauf-Stillstand einen schnellen Transport in die nächste geeignete medizinische Einrichtung.

Das Problem: In MV ist kein einziger der stationierten Rettungshubschrauber nachtflugtauglich. Derzeit prüft eine Arbeitsgruppe „Luftrettung“ die Aufrüstung der aktuellen Hubschrauber. Parallel liegt zwischenzeitlich ein Lärmgutachten vor, das den Einsatz von nachtflugtauglichen Rettungshubschraubern am Standort Greifswald hinsichtlich der Schallemission für zumutbar und ohne „gesundheitsgefährdende Relevanz“ einstuft.

Auch deshalb macht das Ministerium in Optimismus – „im Laufe des Jahres 2020 wird mit einer Ausweitung der Einsatzzeiten am Standort Greifswald gerechnet“, heißt es in einer Antwort an Matthias Manthei. Der begrüßt den Einsatz von Rettungshubschrauber, „die dann endlich auch in der Nacht in MV Leben retten können“.

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