SEK-SCHARFSCHÜTZE

Revision in "Nordkreuz"-Prozess um illegalen Waffenbesitz

Der Staatsanwaltschaft ist das Urteil des Landgerichts Schwerin gegen einen Ex-Elite-Polizisten zu gering. Er soll Mitglied der Prepper-Gruppe „Nordkreuz” gewesen sein und illegal Waffen gehortet haben.
dpa
Dem Angeklagte wurde vorgeworfen, gegen das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz versto&szli
Dem Angeklagte wurde vorgeworfen, gegen das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben (Archivbild). Bernd Wüstneck
Schwerin.

Im „Nordkreuz”-Prozess um den illegalen Waffenbesitz eines Ex-Elite-Polizisten hat die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil des Landgerichts Schwerin eingelegt. Dies teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin am Montag mit.

Das Landgericht hatte den früheren Scharfschützen beim Spezialeinsatzkommando (SEK) Mecklenburg-Vorpommern kurz vor Weihnachten zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das ist der Staatsanwaltschaft zu wenig – die Anklagebehörde hatte zwei Jahre und zehn Monate Haft für Marko G. gefordert. Bei einer Verurteilung zu mehr als zwei Jahren Haft ist eine Aussetzung zur Bewährung nicht möglich.

Prepper-Gruppe „Nordkreuz”

Vordergründig ging es bei dem Fall um den illegalen Besitz einer Maschinenpistole der israelischen Marke Uzi und 1500 Schuss Kriegswaffen-Munition sowie um die unsachgemäße Lagerung weiterer Waffen, Munition und Sprengmittel. Es ging aber auch um die Prepper-Gruppe „Nordkreuz”, die eine extreme Form des Prepperns (engl. prepare – vorbereiten) pflegte und in der Marko G. eine führende Rolle spielte, wie im Prozess deutlich wurde.

Die Gruppe hortete Lebensmittel, Ausrüstungsgegenstände und Munition für einen von ihr befürchteten Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung. In Chats unter einzelnen Mitgliedern wurde rechtsradikales Gedankengut ausgetauscht. Jedoch sei dies für den Prozess unerheblich gewesen, hatte der Richter erklärt.

Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen zwei Mitglieder von „Nordkreuz” wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Marko G. wird in dem Verfahren als Zeuge geführt.

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