AUSGANGSSPERRE

Rostock macht wieder auf

Nachdem Rostock drei Tage hintereinander über einer Inzidenz von 100 gelegen hat, zog die Stadt die Bundesnotbremse: Ausgangssperre! Jetzt kam raus: Es gab falsche Corona-Testergebnisse.
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen.
Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen. Bernd Wüstneck
Rostock ·

Rostock hat die Maßnahmen der sogenannten Bundesnotbremse außer Kraft gesetzt, die Ausgangssperre ist also aufgehoben. „Grund dafür sind Korrekturen von Laborergebnissen am Dienstag, 27. April, die nun nachträglich die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz für Rostock korrigiert haben”, heißt es in einer Mitteilung der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns.

Corona-Tests falsch zugeordnet

Wie die Ostseezeitung berichtet, seien in einem Labor mehrere negative Tests versehentlich zu den positiven Fällen gezählt. „Wir haben insgesamt zwölf falsch-positive Testergebnisse gemeldet bekommen. Alle am Dienstag“, sagte Rostocks Stadtsprecher Ulrich Kunze der Ostseezeitung. „Wir haben die Zahlen nun korrigiert: Die Inzidenz lag am Dienstag nicht bei 104,9,wie irrtümlich angegeben, sondern bei 99,9“, sagt Kunze der Zeitung.

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Nachdem die Zahlen für Dienstag korrigiert worden waren, ergab sich eine Inzidenz von unter 100 am Dienstag. Demnach war Rostock nicht drei aufeinanderfolgende Tage über der 100er-Marke, ab der die Maßnahmen der Bundesnotgrenze greifen. Darunter fallen zum Beispiel die nächtliche Ausgangssperre und die Schließung des Einzelhandels.

Neben der entfallenen Ausgangsbeschränkung dürfen Zoos ihre Außenbereiche wieder ohne negatives Schnelltestergebnis möglich machen. Baumärkte können wieder öffnen und Abholungen von Speisen („To go“) sind auch nach 22 Uhr wieder möglich.

Appell von Oberbürgermeister Madsen

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen: „Es wäre schön, wenn dies so bleibt! Natürlich können die Infektionszahlentäglich auf- und absteigen. Wir alle können aber dazu beitragen, Infektionen zu verhindern, indem wir uns an die geltenden Kontakt- und Abstandsregeln halten und regelmäßig die zahlreichen Testangebote nutzen.“

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Kommentare (4)

Und die Dunkelziffer ist groß. Da passiert nicht nur in Rostock. Damit macht es immer unglaubwürdiger.

genauer auf die Taschenrechner schauen.

Da hat Herr Madsen aber Glück gehabt!!!
Vielleicht sollten die anderen Bürgermeister und Landräte auch mal so clever sein.😜

Die mittlerweile total verschobene Sichtweise, ist aus meiner Sicht nur noch erschreckend: Es geht ja nicht einmal mehr darum wie viel potenzielle Gefahr von einem einzelnen Menschen für die Volksgemeinschaft *hust* ausgeht, sondern nur noch darum wie groß und wie gefährlich eine Gruppe(!) von potenziellen Gefährdern ist. Liegt diese Gruppegröße über einer willkürlich festgelegten Grenze, ist es anscheinend vollkommen in Ordnung Grundrechte von allen(!) Menschen, rein aus Verdacht heraus einzuschränken. Dass es hierbei nicht um die Sache geht, zeigt anschaulich der vorliegende Fall:
Ob 12 Testergebnisse (falsch) positiv sind oder nicht, macht einen Unterschied darüber wie stark Grundrechte von ca. 200.000 (unbeteiligten) Menschen eingeschränkt werden dürfen. Die Sinnhaftigkeit der Messwerte, sowie die offensichtlich vorhandene Fehlerquote bei deren Erhebung spielt keine Rolle, eine Kosten-Nutzen-Abwägung bzw. Verhältnismäßigkeitsbewertung gibt es nicht und ein Ermessensspielraum ist nicht vorgesehen.

Insofern ist auch die Aussage von Madsen zu kritisieren: Solange die Inzidenzerhebung im Verhältnis zu den Grenzwerten (Inzidenz 100 auf 100.000 Einwohner entspricht 0,1%) diese enormen Schwankungen und Unsicherheiten aufweisen, ist der Wert ohne jegliche Bedeutung. Das zu erkennen und zu kommunizieren, wäre eigentlich Aufgabe der Wissenschaft, Politik und der Medien. Das aktuell zelibrierte Rumdeuten der Infektionszahlen ist aber eher Horoskopdeutung und Kaffeesatzlesen.