Das Zirkus-Zebra „Pumba” war im Oktober 2019 ausgebrochen und wurde nach stundenlanger Verfolgungsjagd abgeschosse
Das Zirkus-Zebra „Pumba” war im Oktober 2019 ausgebrochen und wurde nach stundenlanger Verfolgungsjagd abgeschossen. (Archivfoto) Bernd Wüstneck
Zirkus-Dompteur Angelo Madel und der tote Pumpa. Eigentlich sollte das Zebra mit Betäubungsgewehren gestoppt werden. (Arc
Zirkus-Dompteur Angelo Madel und der tote Pumpa. Eigentlich sollte das Zebra mit Betäubungsgewehren gestoppt werden. (Archivfoto) Bernd Wüstneck
„Gefahrenabwehr Tier”

Rostocker Feuerwehrleute müssen Schusswaffen abgeben

Nachdem sie ein Zebra und einen Hund erschossen hatten, war die Aufregung groß: Eine Spezialeinheit der Rostocker Feuerwehr muss vorerst ihre Waffen abgeben, bis geprüft ist, wie es weiter geht.
Rostock

Rostocker Feuerwehrmänner dürfen vorerst im Dienst keine Schusswaffen mehr einsetzen. Die Stadt hat der Berufsfeuerwehr die Waffenlizenz entzogen. Damit zieht die Stadt Konsequenzen aus mehreren Vorfällen im vergangenen Jahr. Die Feuerwehr war für den Abschuss von einem Zebra und einem Hund verantwortlich und dafür stark in die Kritik geraten.

Im ersten Fall war im Oktober das Zebra „Pumba” zusammen mit einem Artgenossen nachts aus einem Zirkus in Tessin (Landkreis Rostock) ausgebrochen. Sie verursachten einen Unfall auf der Autobahn 20. Das zweite Zebra konnte schnell eingefangen werden. Nach mehreren Stunden und einer Verfolgungsjagd wurde Pumba bei Liepen durch einen Mitarbeiter der „Gefahrenabwehr Tier”, einer Abteilung der Berufsfeuerwehr Rostock, abgeschossen. Der Tod Pumbas hatte heftige Diskussionen ausgelöst. Es ging um die Frage, ob das Tier nicht auch hätte narkotisiert werden können. Zeitweise ermittelte auch die Staatsanwaltschaft, konnte aber kein strafrechtlich relevantes Verhalten feststellten.

Wenige Wochen später gab es in der Rostocker Innenstadt einen weiteren Einsatz der „Gefahrenabwehr Tier”. Die Polizei hatte zuvor ein herrenloses Tier entdeckt, dass sich später als Hund herausstellte. Weil dies in der Dunkelheit schwer zu erkennen war, riefen die Polizisten die Feuerwehr zu Hilfe. Der Hund wurde schließlich abgeschossen, der Aufschrei war wieder groß. Bei der Staatsanwaltschaft waren mehrere Anzeigen eingegangen.

Gruppe im Jahr 2000 gegründet

Nun werde die Praxis, dass die Spezialeinheit der Berufsfeuerwehr Jagdwaffen mit sich führen darf, „noch einmal gründlich überprüft”, erklärte ein Sprecher der Stadt Rostock. So gebe es unterschiedliche Rechtsauffassungen und man müsse sich nun intern abstimmen. Auch das Innenministerium in Schwerin ist daran beteiligt. Ein Ende der Untersuchung konnte der Sprecher auf Anfrage noch nicht benennen. Solange die Prüfung läuft, darf in Rostock kein Feuerwehrmann mehr im Dienst eine Jagdwaffe mit sich führen.

Wie oft die Gefahrenabwehrgruppe, die es seit dem Jahr 2000 gibt, bislang zur Waffe gegriffen hat, konnte der Sprecher nicht sagen. „Dazu liegt leider keine Statistik vor.” Allerdings sei, seit dem die Gruppe nicht mehr über Schusswaffen verfügt, bereits sechs Mal die Polizei um Amtshilfe gebeten worden.

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