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Rostocker Polizeichef kritisiert DFB

Szene vom DFB-Pokalspiel Hansa Rostock - Hertha BSC am 14. August im Rostocker Ostseestadion. Rostocker Fans hatten hier Stadionsitze und ein Banner der Berliner angezündet.
Axel Heimken

Es ist nicht nur Sache der Polizei, Ausschreitungen bei Spielen von Hansa Rostock zu verhindern, sagt der Polizeichef. Vereine und Verbände müssten mehr tun.

Der Chef der Polizeiinspektion Rostock, Michael Ebert, wirft dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) Versäumnisse im Umgang mit den extremen Fan-Gruppen vor. "Es reicht aus meiner Sicht nicht aus, was der DFB an präventiver Fanarbeit leistet", sagte der Polizeidirektor in einem Interview mit dem Magazin "Die Zeit" (Donnerstag). Die in den ersten drei Ligen dafür aufgewendeten zehn Millionen Euro hält Ebert für "viel zu wenig".

Club Hansa Rostock schon mehrmals bestraft

Anhänger des Drittligisten Hansa Rostock sind in der Vergangenheit häufiger negativ aufgefallen. Der Club wurde deshalb mehrfach bestraft. Zuletzt hatte das DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC vor einem Monat kurz vor dem Abbruch gestanden. Im Hertha-Block war Pyrotechnik gezündet worden, im Hansa-Block ein Hertha-Banner verbrannt worden. Ebert hatte der Rostocker Vereinsführung damals Mitwisserschaft vorgeworfen. Die Vereinsführung hatte das zurückgewiesen.

Polizeichef sieht Vereine in der Verantwortung

Nach Ansicht des Rostocker Polizeichefs kann für die Sicherheit im Stadion nicht allein die Polizei verantwortlich sein. "Verbände und Vereine entziehen sich immer noch zu sehr ihrer höchst ureigenen Verantwortung im Fußballalltag", sagte der 47-Jährige der "Zeit". "Ich bemängele seit Jahren die fehlende professionelle Distanz zwischen Vereinsoffiziellen und denen, die Gewalt ins Stadion tragen." Michael Ebert ist seit 2011 Chef der Rostocker Polizeiinspektion.