CORONAVIRUS

Rostocker Studenten beantworten Fragen am Covid-19-Telefon

Zum Coronavirus und den erlassenen Kontaktbeschränkungen haben die Menschen viele Fragen. Studenten in Rostock haben ein offenes Ohr und die passenden Antworten – auch wenn es mal knifflig wird.
dpa
Teilweise sind die Fragen einfach zu beantworten, manchmal wird es aber auch knifflig.
Teilweise sind die Fragen einfach zu beantworten, manchmal wird es aber auch knifflig. Bernd Wüstneck
Rostock.

„Wir sind das offene Ohr für die Bürger.” Mit diesem Satz umreißt der 24-jährige Matthias Lambers die Aufgabe, die er und seine Mitstreiter am Rostocker Covid-19-Bürgertelefon zu bewältigen haben. „Die Menschen suchen Antworten auf Probleme, die sich im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus und der Kontaktbeschränkung stellen.” Darf ein Schornsteinfeger in die Wohnung? Wie genau sind die Regeln für Imbissbuden, brauchen die eine vorherige Bestellung?

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Der Student im zehnten Semester sitzt am Donnerstag in einem großen Raum der Stadtverwaltung zusammen mit vier anderen Medizinstudentinnen. Sie gehören zu den insgesamt 15 von der Stadt verpflichteten Studenten, die nun jeweils zu fünft in Vier-Stunden-Schichten die Fragen der Rostocker beantworten, wie Stadtsprecher Ulrich Kunze sagt.

Es gebe kaum einen Bereich des öffentlichen Lebens, der nicht von den Beschränkungen betroffen und daher mit Fragen behaftet ist, berichtet Lambers aus den Erfahrungen der vergangenen gut zwei Wochen.

Keine medizinische Beratung

Darf der Betreiber eines Baumarktes gewerbliche Kunden in den Markt hineinlassen oder muss er selbst die Waren vor die Tür stellen? Darf mich mein Partner aus Niedersachsen in Rostock besuchen? Und wer darf überhaupt momentan nach Mecklenburg-Vorpommern fahren? Vielleicht gar mit dem Wohnmobil? „Nein”, gibt es gleich die Antwort. „Wohnmobil geht gar nicht.”

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Bei solchen Fragen spiele die Ausbildung im Medizinstudium keine Rolle, sagt Lambers, der vor sich zur Stärkung eine große Flasche mit grünem Smoothie stehen hat. „Ich bin aber froh, wenn ich Fragen nach einer zusätzlichen Gefährdung von Asthmapatienten beim Kontakt mit dem Coronavirus korrekt beantworten und die Zusammenhänge auch erklären kann.”

Das sei aber keine medizinische Beratung. „Das machen wir bewusst nicht.” Auch eine besorgte Frau bekommt eine umfassende Antwort auf ihre Frage, ob sie das Haus überhaupt verlassen darf, wo doch angeblich so viele Viren in der frischen Luft herumschwirren.

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Immer neue Themen kommen auf

Bis Donnerstagmittag sind rund 2750 Anrufe beim Bürgertelefon der Hansestadt eingegangen. Dabei unterscheide sich das Geschehen von Tag zu Tag, sagt Kunze. So variiere die Zahl der Anrufe zwischen 50 und 350 täglich. Auch die Themen änderten sich regelmäßig. „Am Anfang waren es die Kitas und Schulen, dann ging es hauptsächlich um die Einreisebestimmungen. Heute ist die Frage des Tages: Umzüge und Hochzeiten.”

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Jeder Student hat auf dem Monitor vor sich die Antworten auf die häufigsten Fragen. Teilweise seien diese schnell zu beantworten, sagt Kunze. Manchmal werde es wirklich knifflig, dann müssten die Studenten mit den Behörden wie etwa der Polizei Rücksprache halten. Manchmal gehe die Frage direkt weiter an die Landesregierung, fährt Stadtsprecher Kunze fort. Dann dauere es etwas länger mit der Antwort.

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