CHRISTOPHER STREET DAY

Mehr als 1000 Demonstranten in Schwerin

Unter dem Motto „Kein Zurück” gingen am Samstag Hunderte Menschen für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen auf die Straße.
dpa
Im ganzen Norden finden von April bis Ende August zeitlich versetzt insgesamt 18 Christopher Street Days statt.
Im ganzen Norden finden von April bis Ende August zeitlich versetzt insgesamt 18 Christopher Street Days statt. Jens Büttner
Schwerin.

Mehr als 1000 Menschen haben beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Schwerin für die Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen demonstriert. Unter dem Motto "Kein Zurück" zogen nach Angaben der Polizei rund 1200 Teilnehmer in sehr ausgelassener Stimmung durch die Innenstadt. Der CSD Schwerin wolle mit dem Motto ein Zeichen gegen mögliche Rückwärtsbewegungen und einen zunehmenden Rechtspopulismus setzen, sagte Sebastian Witt von den Organisatoren. 

Gleichstellungsministerin Stefanie Drese (SPD) erklärte, die Forderung "Kein Zurück" müsse sehr ernst genommen werden. "Die Anfeindungen gegenüber queeren Personen haben sich erhöht", sagte sie nach Angaben eines Sprechers. Lesben und Schwule seien überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen.  Bei dem Straßenfest war erstmals bei einem Cristopher Street Day im Norden die Landes- und die Bundespolizei mit einem Info-Stand vertreten. "Wir setzen (...) die Regenbogenflagge als Statement gegen Hasskriminalität und für Toleranz, Akzeptanz, Weltoffenheit und Vielfalt", twitterte die Polizei. 

Im ganzen Norden finden von April bis Ende August zeitlich versetzt insgesamt 18 Christopher Street Days statt, wie Witt weiter sagte. Bundesweit seien es rund 90.

Der Christopher Street Day erinnert an Krawalle nach einer Razzia in der Szene-Bar „Stonewall Inn” in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969. Schwule und Lesben wehrten sich erstmals gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen. Sie errichteten Straßensperren, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und skandierten „Gay Power”. Die Unruhen gelten als Initialzündung der internationalen Emanzipationsbewegung von Schwulen und Lesben.

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