HEIMWEH WEGEN CORONA-KRISE

Russischer Seemann flüchtet von Schiff in Lubmin

In Lubmin wurde ein Seemann eines russischen Schiffs vermisst. Als die Polizei ihn fand, stellte sich heraus, dass die Corona-Krise an Bord dem Mann psychisch schwer zu schaffen machte.
Der russische Seemann kehrte von einem unerlaubten Landgang im Hafen Lubmin nicht zurück und wurde in Greifswald gefunden.
Der russische Seemann kehrte von einem unerlaubten Landgang im Hafen Lubmin nicht zurück und wurde in Greifswald gefunden. Stefan Sauer/Archiv
Lubmin.

Sieben Monate an Bord eines Schiffs – das hat einem russischen Seemann psychisch so stark zugesetzt, dass er im Hafen Lubmin abgängig war. Wie es am Dienstag von der Polizei hieß, wurde der 32 Jahre alte Seemann vom russischen Frachter „Rix Stream” am Montag als vermisst gemeldet, nachdem der Kapitän des Schiffs ihn nicht finden konnte. Den Polizisten gelang es, den Mann telefonisch zu kontaktieren und im Greifswalder Einkaufspark Elisenpark anzutreffen. Dort war dem Rettungsdienst auch bereits eine hilflose Person gemeldet worden.

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Da bei dem 32-Jährigen eine erhöhte Körpertemperatur festgestellt wurde, untersuchte ihn ein Arzt der Universitätsklinik Greifswald und konnte eine Infektion mit dem Coronavirus ausschließen, hieß es weiter von der Polizei. In einer Befragung stellte sich demnach heraus, dass der Seemann ursprünglich für vier Monate auf dem Schiff angeheuert hatte, sich der Aufenthalt aber wegen der Corona-Pandemie auf sieben Monate verlängert hatte. Die die damit verbundenen psychischen Belastungen waren für den 32-Jährigen zu viel geworden, teilte die Polizei mit.

Gegen den Mann wurde ein Anzeige wegen unerlaubter Einreise gefertigt. Er bekam aber auch ein Transitvisum für die Heimreise nach Russland ausgestellt, die er noch am Montagnachmittag per Flugzeug antrat.

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