Unsere Themenseiten

Königsstuhl

:

Sassnitz plant filigrane Fußgängerbrücke über Rügens Kreidefels

Die Computer-Animation zeigt, wie die künftige "Königsweg"-Brücke aussehen könnte. Demnach soll die im Hinterland verankerte Konstruktion mit Stahlseilen eine ellipsenartige Schleife halten, die sich bis über das Königsstuhl-Plateau erstreckt.
Die Computer-Animation zeigt, wie die künftige „Königsweg”-Brücke aussehen könnte. Demnach soll die im Hinterland verankerte Konstruktion mit Stahlseilen eine ellipsenartige Schleife halten, die sich bis über das Königsstuhl-Plateau erstreckt.
Grafik: schlaich bergemann partner (sbp)

Der Zugang zum Königsstuhl auf Rügen bröckelt. Um ihn zu entlasten, will die Stadt Sassnitz jetzt eine Seilbrücke über den berühmten Kreidefelsen spannen.

Nach Plänen eines Berliner Architektenbüros soll in den nächsten Jahren eine filigrane Fußgängerseilbrücke über den Königsstuhl gebaut werden, um den immer stärker beanspruchten Zugang zu der berühmten Aussichtsplattform zu entlasten. Vorgesehen ist ein barrierefreier Rundweg in Form einer ellipsenartigen Schleife, sagte Brückenexperte Prof. Mike Schlaich in einer Bürgerversammlung.

Keine gravierenden Natureingriffe im Nationalpark

Über den 90 Meter langen, sogenannten Königsweg könnten die Besucher über den von Erosion bedrohten Kreidefelsen wandern und die berühmte Aussicht auf die Ostsee und die benachbarte Victoriasicht genießen, sagte Bürgermeister Frank Kracht (Linke).

Das Projekt befinde sich noch ganz am Anfang der Planungsphase. Beim Bau sollten Eingriffe in die Natur des Nationalparks Jasmund soweit wie möglich begrenzt bleiben. Mittelfristig müsse der bisherige Zugang zu dem jährlich von 300.000 Besuchern aufgesuchten Kreidefels-Plateau gesperrt werden, sagte Kracht.

Kosten: Rund sieben Millionen Euro

Den Planungen zufolge soll die mit Stahlseilen verspannte Brücke von einem Pylon getragen werden, der etwa 30 bis 50 Meter im Hinterland entfernt in großer Tiefe verankert wird. Ersten Schätzungen zufolge könnte der Bau der neuen Königsstuhlbrücke rund sieben Millionen Euro kosten. Angestrebt wird eine Förderung durch das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Zugang zum Königsstuhl bröckelt

An Rügens Kreideküste hatte es in den vergangenen Jahren mehrfach größere Kliffabbrüche gegeben. Nach Angaben von Geologen ist der Königsstuhl zwar ein vergleichsweise „stabiler Fels in der Brandung”. Allerdings ist der über ein historisches Hünengrab führende Zugang mehr und mehr von Erosion bedroht.

In den 1990iger-Jahren hatte die Stadt deshalb schon einmal eine massive Holzbrücke zum Königsstuhl geplant. Das öffentlich als „Monsterbrücke” kritisierte Bauwerk wurde später jedoch aufgegeben.