Tausende Fische sind der Katastrophe bereits zum Opfer gefallen.
Tausende Fische sind der Katastrophe bereits zum Opfer gefallen. Patrick Pleul
Kommentar

Schimpfen über Polen kaschiert die eigene Ratlosigkeit

Die polnischen Behörden haben sich offenbar nicht energisch genug um die Umweltkatastrophe in der Oder gekümmert. Doch jetzt ist nicht die Zeit, sich darüber zu ärgern, findet unser Kommentator.
Schwedt

Klar, dass die deutschen Behörden jetzt in seltener Einmütigkeit mit dem Finger nach Polen zeigen und den Nachbarn vorwerfen, die Umweltkatastrophe in der Oder verschleppt zu haben. Doch die Schuldzuweisungen ändern auch nichts daran, dass offenbar weite Teile des Lebens in dem Fluss abgestorben sind.

Es müssten sofort Maßnahmen ergriffen werden

Und dass die deutschen Behörden offenbar wie die polnischen nicht in der Lage sind, herauszufinden, woran das liegt. Und ebenso wenig ist bislang von Plänen die Rede, was jetzt zu tun ist, damit die Oder sich so schnell wie möglich wieder erholt. Ganz zu schweigen von Maßnahmen, die sofort ergriffen werden müssten, um Menschen zu helfen, die in Folge der Katastrophe in wirtschaftliche Not geraten. Und wie sieht es eigentlich mit Gesundheitsrisiken für die Anwohner der Oder-Region aus?

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Auf all diese Fragen geben die deutschen Behörden bislang kaum oder gar keine Antworten – das gilt auch für jene Minister und Ministerpräsidenten, die in diesen Tagen zu wohlfeilen Foto-Terminen an den Fluss reisen. Vor diesem Lichte wirken auch die Schuldzuweisungen an die polnischen Nachbarn wie ein willkommenes Ablenkungsmanöver der ratlosen deutschen Politik.

Aufklärung und Handeln nötig

Es wäre schön, wenn die Schuldzuweisungen und die Ratlosigkeit nun echter Aufklärung und entschlossenem Handeln weichen würden. Doch einzig: Auch Tage nach Bekanntwerden der Katastrophe ist davon nicht das Mindeste zu spüren.

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