Unseriöse Handwerker unterwegs

Schlüssel weg? Die miesen Tricks der Abzocker

Wehe, wenn die vermeintlichen Helfer in der Not nahen: Zwielichtige Schlüsseldienste gehen trotz aller Warnungen weiter mit Tricks und Kniffen auf Opferfang. Aber es gibt auch noch andere „Handwerker“, die heftig abkassieren.
Steck der Schlüssel drinnen, ist meist der Schlüsseldienst die einzige Rettung. Einige nutzen diese Notsituation schamlos aus.
Steck der Schlüssel drinnen, ist meist der Schlüsseldienst die einzige Rettung. Einige nutzen diese Notsituation schamlos aus. Kai Remmers
Neubrandenburg

Sie lassen nicht locker und spüren immer wieder Aufwind: Unseriöse Schlüsseldienste, die Notlagen der Kunden schamlos ausnutzen. Jüngstes Opfer geldgieriger „Handwerker“ wurde eine Hausbesitzerin aus der Nähe von Anklam, die ihren Schlüssel verloren hatte. Das Missgeschick entpuppte sich als teures Vergnügen: Türöffnung und der Einbau eines neuen Schlosses schlugen mit 700 Euro ins Kontor. Das Geld musste bar bezahlt werden.

Ganz oben im Telefonbuch durch eine List

Diese Masche kritisiert Steve Kühl  als „typischen“ Trick. „Wurde das Geld gleich kassiert, lässt es sich nur schwer zurückholen“, warnt der Berater in der Neubrandenburger Verbraucherzentrale. Eine weitere Falle der Abzocker: Im Telefonbuch drängeln sich unseriöse Schlüsseldienste ganz nach vorn, indem sie ihren Firmennamen mit einem oder mehreren „A“ beginnen lassen. „Die Notrufe laufen irgendwo in einer Zentrale auf, die dann einen Monteur in Bewegung setzt“, macht Kühl deutlich.

Bei dem Opfer aus Vorpommern waren die Abzocker noch raffinierter: Die Firma aus dem Raum Schwerin tauchte im Telefonbuch ganz unverdächtig unter den örtlichen Schlüsseldiensten auf. Um sich davor zu schützen, rät der Verbraucherschützer zum Vergleich mehrerer Anbieter – bei verschlossener eigener Wohnungstür vielleicht auch mit Hilfe von Nachbarn. „Am Telefon am besten einen Festpreis vereinbaren“, schlägt er vor. Zugleich warnt er davor, sich überflüssige Arbeiten aufschwatzen zu lassen. „Wenn die Tür nur zugefallen ist, muss sie weder aufgebrochen noch das Schloss ausgewechselt werden“, weiß er.

Auf keinen Fall in bar bezahlen

Fahrkosten dürften beim Endpreis ebenso aufgerechnet werden wie Zuschläge für Einsätze nach Feierabend oder an Wochenenden. „Hier sind zwischen 25 und 100 Prozent üblich“, so Kühl. Er kennt eine weitere Masche zwielichtiger Schlüsseldienste: Vor Ort wird plötzlich ein höherer Preis verlangt als zuvor am Telefon vereinbart. „Nichts unterschreiben, auf keinen Fall in bar zahlen und sich vielleicht noch zu einer Fahrt zum nächsten Geldautomaten überreden lassen. Seriöse Firmen schicken auch eine Rechnung“, empfiehlt Kühl.

Doch nicht nur bei unseriösen Schlüsseldiensten sei Vorsicht angebracht. Regelmäßig unterwegs seien auch Firmen, die an der Haustür eine Rohrreinigung oder die Versiegelung von Dachflächen überteuert anbieten und oft in ganzen Straßenzügen ihre Dienste auf Opfersuche gehen. „Da dürfte es den Kunden schwer fallen, Preise zu vergleichen“, stellt der Experte fest. 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage