Der vorläufige Stopp der Förderung energieeffizienter Gebäude durch die Bundesregierung stößt bei no
Der vorläufige Stopp der Förderung energieeffizienter Gebäude durch die Bundesregierung stößt bei norddeutschen Wohnungsunternehmen auf Kritik. Jan Woitas
Energie-Effizienz

Schock für Hausbauer - Bundesregierung streicht Förderung

Experten kritisieren, dass es jetzt für Menschen mit einem mittlerem und geringem Einkommen praktisch unmöglich wird, ein Eigenheim zu bezahlen.
dpa
Schwerin

Der vorläufige Stopp der Förderung energieeffizienter Gebäude durch die Bundesregierung stößt bei norddeutschen Wohnungsunternehmen auf Kritik. „Dem Klimaschutz wird ein Bärendienst erwiesen”, erklärte Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) am Montag. „Die Regierenden machen das Wohnen teurer und für Haushalte mit mittlerem und geringem Einkommen unbezahlbar.”

Grund für den Förderstopp: Die Regierung kommt nicht mit der Antragsflut hinterher

Angesichts einer Antragsflut und einer „Fehlsteuerung” hat die neue Bundesregierung die Förderung für den Bau und die Sanierung energieeffizienter Gebäude vorläufig gestoppt. Entsprechende Anträge würden von der staatlichen Förderbank KfW nicht mehr bewilligt, teilte das Bundeswirtschafts- und Klimaministerium am Montag mit. Eine grundlegende Reform sei geplant.

Mehr lesen: Hier stehen die teuersten Eigenheime von MV

Breitner sagte, der vorübergehende Stopp und die geplanten Änderungen der Förderprogramme führten dazu, dass bezahlbarer Wohnraum nicht mehr geschaffen werden könne. Auch eine Anhebung der Sanierungsstandards sieht Breitner kritisch. „Gerade die sozialen Vermieter, die nicht endlos an der Mietenschraube drehen wollen und können, würden bei Bau und Sanierung von Wohnungen mit derart hohen Effizienzstandards betriebswirtschaftlich ins Minus rutschen und damit ihr Unternehmen gefährden.”

Die Regierung habe faktisch ihr Ziel aufgegeben, jährlich 400 000 Wohnungen zu errichten, so Breitner weiter. Die kurzfristige Aussetzung der Förderprogramme führe dazu, dass Wohnungsbauprojekte neu berechnet und geplant werden müssten. „Die Modernisierung bestehender Gebäude wird aufgeschoben, Neubauten verzögern sich.”

Ab sofort können keine Förder-Anträge mehr gestellt werden

Konkret bedeutet die Entscheidung nach Angaben des Ministeriums, dass ab sofort vorerst keine Anträge mehr für alle drei Programmbereiche der KfW-Förderung für effiziente Gebäude gestellt werden können – also für die Neubaustandards Effizienzhaus 55 und 40 sowie für die energetische Sanierung. Noch nicht entschieden sei, was mit den eingegangenen, aber noch nicht bewilligten Anträgen auf Neubauförderung geschieht.

Auch interessant: Hohe Kosten und Arbeitslosenzahlen bremsen Hausbauer aus

Die derzeit zur Verfügung stehenden KfW-Mittel reichten dafür nicht aus. Geprüft werde nun, ob die Förderbank für diese Anträge statt der Förderung ein Angebot zinsverbilligter Kredite zur Verfügung stellen könne.

Die Förderung für Sanierungen soll laut Ministerium wieder aufgenommen werden, sobald entsprechende Haushaltsmittel bereitgestellt sind. Über die Zukunft der Neubauförderung nach dem Standard Effizienzhaus 40 werde vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Mittel im Energie- und Klimafonds und der Bedarfe anderer Programme zügig entschieden. Die Förderung nach dem Standard Effizienzhaus 55 sollte Ende Januar ohnehin auslaufen.

Der VNW vertritt nach eigenen Angaben in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 403 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 686 000 Wohnungen leben demnach rund 1,5 Millionen Menschen.

Weiterlesen: Bald grünes Licht für neue Eigenheime und Pferde?

zur Homepage

Kommentare (1)

Das Einfamilienhaus - und der dafür erforderliche immense Flächenverbrauch - ist der erklärte Feind der Grünen. Sie werden sie verhindern wo immer sie können.