UNFALL-ANALYSE IN MV

▶ Schon bei Tempo 50 droht Motorradfahrern der Tod

Motorradfahrer sind bei Unfällen besonders gefährdet. In MV haben Experten jetzt ausgewertet, wo und wann das am häufigsten der Fall ist.
Bei solch heftigen Unfällen haben Motorradfahrer oftmals keine Chance zu überleben.
Bei solch heftigen Unfällen haben Motorradfahrer oftmals keine Chance zu überleben. Stefan Tretropp
Demen.

Einmal jährlich kommen auf Einladung der Prüfgesellschaft Dekra zahlreiche Juristen zusammen, um gemeinsam Crash-Tests zu begutachten und anschließend auszuwerten. Die Ergebnisse sollen ihnen neue Erkenntnisse für zukünftige Begutachtungen und Einschätzungen liefern. So folgten am Freitag auf einem großen Veranstaltungs- und Übungsgelände in Demen bei Crivitz rund 60 Teilnehmer der Einladung, unter ihnen Staats- und Rechtsanwälte oder Richter.

So stark sind Motorradfahrer gefährdet

Der Fokus lag in diesem Jahr auf Kollisionen mit Beteiligung eines Motorrads. So wurden in drei Crashtests Zusammenstöße mit zwei Autos und einem landwirtschaftlichen Pflug nachgestellt. Die Sachverständigen aller Dekra-Standorte in Mecklenburg-Vorpommern waren anwesend, um den Teilnehmern später die Ergebnisse der Unfälle zu erläutern.

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Der Tenor: Motorradfahrer sind besonders gefährdet. Da sie keine Knautschzone besitzen, müssen sie extrem vorausschauend und umsichtig fahren. Zum ersten Mal überhaupt in Deutschland ließen die Ermittler das Zweirad mit einem Pflug kollidieren. Ein durchaus realistischer Unfall, denn gerade jetzt sind wieder zahlreiche landwirtschaftliche Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

Dummy wurde geköpft

Die Ergebnisse des Crashs waren erschreckend. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von rund 50 km/h auf das Traktor-Gespann wird der Dummy regelrecht geköpft. Ein echter Motorradfahrer hätte hierbei kaum eine Überlebenschance gehabt. Der acht Tonnen schwere Traktor wackelt sogar kurz nach dem Aufprall. Auch die beiden Zusammenstöße mit stehenden Autos zeigten eines ganz klar: Die Chance, diesen Unfall zu überleben, geht ebenfalls gegen Null.

[Video]

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Einem Dummy brach sogar das Genick bei einem Test. An weiteren Teststationen konnten sich die Juristen einmal selbst hinter das Steuer setzen, um mit ausrangierten Autos gegen andere zu fahren und ein Gefühl für die Situation zu bekommen. Neben Spiegeln wurden auch ganze Türen abgefahren. Ein weiterer Schwerpunkt war der tote Winkel und die Sichtweise aus einem Lkw heraus auf Fußgänger.

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