MEDIEN IN DER SCHULE

Schüler erhalten kostenlosen Medien-Zugang

Mehr und mehr Zeit verbringen Schüler im Netz. Die Corona-Krise hat das noch verstärkt. Wie man bei so vielen Informationen den Überblick behält, kritisch hinterfragt und mitbekommt, was vor der eigenen Haustür geschieht, soll ein landesweites Medienprojekt zeigen.
Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und Nordkurier-Chefredakteur Jürgen Mladek am 28. August 2020 beim Auftakt für das Schülerprojekt „Medien in der Schule“ (MiSch) in der Regionalen Schule Ost in Neubrandenburg.
Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und Nordkurier-Chefredakteur Jürgen Mladek am 28. August 2020 beim Auftakt für das Schülerprojekt „Medien in der Schule“ (MiSch) in der Regionalen Schule Ost in Neubrandenburg. Simon Voigt
Neubrandenburg.

Es gibt tolle Lern-Plattformen im Internet, keine Frage. Auch an der Regionalen Schule Ost „Am Lindetal“ in Neubrandenburg hat man diese Möglichkeiten während des Corona-Lockdowns genutzt. Aber dort ist in dieser Zeit auch das passiert, was 45 000  Schülerinnen und Schülern an über 130 weiterführenden Schulen im Nordkurier-Verbreitungsgebiet erlebt haben: Die Kinder und Jugendlichen wurden so tief in die digitale Welt gezogen, wie man sich das vorher nicht vorstellen konnte: Spiele, soziale Medien und ein Mahlstrom von auf sie hereinprasselnden Nachrichten aus oft genug dubiosen Quellen. Studien sagen, dass sich die im Internet verbrachte Zeit während der Schulschließungen verdoppelt bis verdreifacht hat. Und dass dieser Trend sich auch jetzt unter den neuen Bedingungen eines weitgehend regulären Schulbetriebs nicht umkehrt.

Tor in die reale Welt

Für Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) und die großen Medienhäuser im Land eine Herausforderung: Wie kann man den Schülerinnen und Schülern unter diesen Vorzeichen dabei helfen, den Überblick zu behalten? Wie kann man ihnen die Informationen liefern, die für sie wirklich wichtig sind? Und schließlich: Wer soll den Schülern sagen, was draußen in der echten Welt vor ihrer Haustür gerade los ist? Denn die gibt es ja auch noch, diese reale Welt, von der man möglichst wenig verpassen sollte, die man kennen muss, damit man sie mitgestalten und dann auch darüber mitentscheiden kann, wie sie aussehen soll.

Verlässliche Informationen

So entstand dann das Projekt „MiSch“, das steht für „Medien in der Schule“ und ist offen für alle Schülerinnen und Schüler ab der fünften Klasse. Kern des Projekts ist, dass alle Schüler kostenlos auf die digitalen Inhalte des Nordkurier zugreifen können. Lokaljournalismus ist nun mal der direkteste Draht zum echten Leben vor der Haustür. Hier steht jeder der knapp 100 Nordkurier-Journalisten, die über die Region verteilt arbeiten, mit Name und Gesicht für das, was er oder sie veröffentlicht. Das ist schon mal weitaus mehr, als die meisten Internet-Quellen bieten können.

Infos im Netz kritisch prüfen

Und hier setzt auch der zweite Schwerpunkt des Projektes an: In einem eigenen Bereich, der nur den beteiligten Schulen zugänglich ist, gibt es nicht nur Infos, die speziell für Schüler interessant sind, sondern auch Projekte, die sich kritisch mit der Netzwelt auseinandersetzen: Wo kommen Informationen her, wer filtert sie, wie kann man überprüfen, ob etwas wirklich plausibel ist?

Zwei Nordkurier-Journalisten stehen dafür als Ansprechpartner für die Schulen zur Verfügung. Sie gehen auch Themenideen nach, helfen Schülern dabei, selbst zu recherchieren und zu schreiben. Die Schweriner Volkszeitung und die Ostsee Zeitung entwickelten ähnliche Formate, mithin können also alle weiterführenden Schulen in Mecklenburg-Vorpommern an „MiSch“-Projekten mitwirken.

Auftakt in Neubrandenburger Schule

Lust darauf gibt es, das erfuhren Bildungsministerin Martin und der Nordkurier beim Projektstart an der Regionalen Schule „Am Lindetal“ in Neubrandenburg. Dort ließ sich die Ministerin allerdings zunächst von Schülern und Schulleitung intensiv schildern, wie das so war, als plötzlich nichts mehr war wie vorher. Als Aufgaben plötzlich auch mal durch Küchenfenster gereicht wurden, als Schüler, die keinen eigenen Computer hatten, dann mit Hilfe von Kooperationspartnern doch noch fürs digitale Lernen fit gemacht wurden.

Geschichten übers Improvisieren waren das, vor allem aber über großes Engagement auf allen Seiten. „Hochachtung“, das war es, was Ministerin Martin dazu zuerst einfiel. Und im Gegenzug für diesen Einsatz das Versprechen, alles daran zu setzen, dass die Schülerinnen und Schüler keine Nachteile durch die Corona-Krise erleiden sollen, dass alle Energie der Landesregierung und speziell ihres Ministeriums dafür eingesetzt werden sollen, die Bildung in den Mittelpunkt zu stellen. Das „MiSch“-Projekt will ein Teil davon sein.

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Kommentare (1)

für die regierungstreuen Lizenzmedien. Langweilig.