CORONAVIRUS

Schulen laut Bildungsministerin Martin kein Hotspot

Alarmierende Zahlen machen in MV die Runde. Fast ein Sechstel der Schulen seien von Corona bedingten Quarantäne-Maßnahmen betroffen, hieß es. Doch die Ministerin hatte eine Erklärung parat.
„Nein, nein“, sagte Bettina Martin (SPD) unmissverständlich auf Nordkurier-Nachfrage, „die Schulen in M
„Nein, nein“, sagte Bettina Martin (SPD) unmissverständlich auf Nordkurier-Nachfrage, „die Schulen in MV entwickeln sich zu keinem Corona-Hotspot.“ Jens Büttner
Schwerin ·

Drohen die Schulen in MV jetzt doch zu einem Corona-Hotspot zu werden? Die nackten Zahlen, die das Bildungsministerium am Dienstagmittag veröffentlichte, ließen diesen Verdacht aufkommen.

Das Ministerium meldete aktuelle Quarantänemaßnahmen an 79 allgemeinbildenden und 13 beruflichen Schulen. Betroffen seien derzeit 3626 Schüler sowie 410 Lehrkräfte und pädagogisches Personal. An den allgemeinbildenden Schulen seien damit 2,3 Prozent aller Schüler und 3,4 Prozent der Lehrer betroffen. Ihre Zahl hat sich binnen einer Woche etwa verdoppelt: Am 26. Oktober waren den Angaben zufolge 1,3 Prozent aller Schüler und 1,7 Prozent aller Lehrer an den rund 560 allgemeinbildenden Schulen im Land in Quarantäne. Drei Schulen seien derzeit komplett geschlossen. An den Berufsschulen sind die Zahlen betroffener Lehrer und Schüler geringer, sie steigen aber auch.

Doch das vermeintliche politische und medizinische Großfeuer, das das Ministerium mit diesen Zahlen entfachte, versuchte die Hausherrin schnell zu löschen. „Nein, nein“, sagte Bettina Martin (SPD) unmissverständlich auf Nordkurier-Nachfrage, „die Schulen in MV entwickeln sich zu keinem Corona-Hotspot.“ Die Zahlen müssten entsprechend eingeordnet und erklärt werden, betonte die Bildungsministerin. Und tat dies auch: „Nur an 30 der 92 Schulen und Berufsschulen mit Quarantänemaßnahmen sind Infektionsfälle in der Schule festgestellt worden. An den anderen 62 Schulen seien lediglich Kontaktpersonen von Infektionsfällen außerhalb der Schule betroffen.“ Es gebe weder einen Hotspot Schule noch einen sprunghaften Anstieg, stellte Martin klar. „Ganz im Gegenteil, die Corona-Regeln an Schulen und Kitas greifen. Dass aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens auch Fälle auftreten würden, sei völlig normal.

Fast 7000 Schüler in Quarantäne

Seit Schuljahresbeginn waren laut Bildungsministerium in MV 6805 Schüler und 780 Lehrkräfte und pädagogisches Personal vorübergehend in Quarantäne. An 151 Schulen habe es bislang Quarantänemaßnahmen gegeben. An den allgemeinbildenden Schulen in MV werden insgesamt 152.700 Schüler unterrichtet, an den Berufsschulen sind es 34.500.

Mit aktuellen Zahlen wartete Dienstagnachmittag auch das Landesamt für Gesundheit und Soziales auf. Demnach. Demnach wurden in MV am Dienstag 154 neue Corona-Infektionen gemeldet. Der Inzidenzwert für das Land stieg auf 46,7. Der Wert zeigt an, wie viele Infektionsfälle je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen festgestellt worden sind.

Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Landkreis Vorpommern-Rügen mit 44 Fällen. Davon entfallen allein 28 Infektionen auf die Ostseeklinik Prerow. In zwei Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen und in der Landeshauptstadt Schwerin ist aktuell der Inzidenzwert von 50 überschritten, ab dem eine Region als Corona-Risikogebiet gilt. Aktuell werden in MV 19 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Von ihnen werden demnach sieben invasiv beatmet.

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