Schulen in MV bleiben wegen des Coronavirus geschlossen.
Schulen in MV bleiben wegen des Coronavirus geschlossen. Jonas Güttler
Coronavirus

Schulen und Kitas in MV werden geschlossen

Verschärfte Gangart gegen die Ausbreitung des Coronavirus in MV: Schulen und Kitas in Mecklenburg-Vorpommern werden geschlossen. Dies teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Schwerin mit.
Schwerin

Schulen, Kitas, Horte und Berufsschulen in Mecklenburg-Vorpommern bleiben ab Montag flächendeckend bis zum 20. April geschlossen - also sogar noch einige Tage über das Ende der Osterferien hinaus. Dies teilte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Samstag nach einem Treffen des Kabinetts mit Vertretern der kreisfreien Städte und der Landkreise in Schwerin mit. So soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Der Montag wird jedoch ein Übergangstag sein. Eltern, die ihre Kinder nicht sofort woanders betreuen lassen können, können sie an diesem Tag noch in die Einrichtungen bringen. Es werden am Montag keine Kinder zurückgewiesen, sagte Schwesig. Die Eltern sollen so die Möglichkeit bekommen, nach Lösungen zu suchen. Alle Eltern, die ihre Kinder bereits am Montag außerhalb der Einrichtungen betreuen lassen können, sollen dies jedoch tun.

+++ Diese Veranstaltungen fallen wegen des Coronavirus aus.+++

Wegen der hohen Betreuungsquote und vieler Familien, in denen Vater und Mutter voll berufstätig sind, seien die flächendeckende Schulschließung und die Aussetzung der Kinderbetreuung für Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Herausforderung, betonte Schwesig. Doch führe angesichts einer drohenden unkontrollierten Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus kein Weg daran vorbei, sagte sie unter Berufung auf führende Medizinexperten, die an den Beratungen teilnahmen. «Es geht jetzt darum, entschlossen und besonnen zu handeln», erklärte Schwesig.

Notfallbetreuung wird eingerichtet

Es wird auch nach dem Montag eine Notfallbetreuung für alle Eltern geben, die in systemrelevanten Berufen arbeiten. Nur für diese Kinder wird eine Betreuung in den Schulen, Kindergärten, Kitas und Horten ermöglicht.

Es gibt jedoch eine weitere Einschränkung: Die Notafallbetreuung gilt nur bis zur 6. Klasse, für Kinder ab der 7. Klassen werden die Schulen also auch geschlossen sein, wenn ihre Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Mehr lesen: Für welche Berufsgruppen die Notfallbetreuung gilt und was Eltern, Schüler, Erzieher sowie Lehrer beachten sollten, finden Sie hier.

 

Schwesig hatte als Reaktion auf die deutlich steigenden Infektionsfälle in Deutschland und auch in Mecklenburg-Vorpommern ihre Minister zu einer Sondersitzung zusammengerufen, um über geeignete Maßnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu beraten.

Was können Eltern jetzt tun?

Am Freitag hatte Schwesig nur eine Schließung von Schulen, Horten und Kitas im Landkreis Ludwigslust-Parchim und in der Stadt Rostock ab Montag angekündigt. Rostock ist die größte Stadt des Landes mit dichter Besiedlung, im Landkreis Ludwigslust-Parchim gilt die hohe Zahl von Pendlern nach Hamburg als Grund für die flächendeckenden Schließungen.

Angesichts der Schul- und Kitaschließungen in Deutschland wird der Ruf nach schnellen Lösungen für berufstätige Eltern laut, die nicht wissen, wie oder wo sie ihre Kinder betreuen lassen sollen. Es gibt bereits einige Vorschläge, um ihnen zu helfen.

Hinweis für Eltern: In diesem umfassenden Ratgeber zum Coronavirus finden Sie auch alles, was Sie wissen müssen, wenn Ihre Kinder von der Schul- bzw. Kindergartenschließung betroffen sind.

Öffentliche Leben wird heruntergerfahren

Am Nachmittag sollen auch kommunale Spitzenpolitiker hinzugezogen werden. Zusammen mit Experten, darunter der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, soll darüber beraten werden, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Ausbreitung des Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern zu verlangsamen. Sie wollen die aktuelle Lage in MV beurteilen und beleuchten.

Denn die gute Nachricht sei laut Schwesig, dass bisher im Land nur wenige Menschen mit dem Virus infiziert seien - eine Chance, die es unbedingt zu nutzen gilt. Klar ist: Alle sollten sich darauf einstellen, dass das öffentliche Leben im Land in den kommenden Wochen weitesgehend heruntergefahren wird. 

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Bisherige Auswirkungen des Coronavirus in MV

In Mecklenburg-Vorpommern hatte am Donnerstag erstmals wegen der Infektion eines Schülers mit Sars-CoV-2 eine Schule in Rostock den Lehrbetrieb eingestellt. Zudem sollen fortan sämtliche Klassenfahrten ausgesetzt und die Semesterferien für Studenten verlängert werden. Bis zum 20. April bleiben die Universitäten geschlossen.

Bis Freitagabend waren landesweit 33 nachgewiesene Infektionen mit Covid-19 bekannt geworden, zehn mehr als am Tag zuvor. Darunter sind vier Ärzte der Uniklinik Rostock und neu ein Bewohner der Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung im Schweriner Stadtteil Stern-Buchholz. Auch eine Ärztin des Klinikums in Neubrandenburg hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Größere Sport- und Kulturveranstaltungen im Nordosten wurden abgesagt, die Hochschulen verlängerten vorsorglich die Semesterferien bis Mitte April.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden Testzentren eingerichtet. Ein Patient, der befürchtet, mit dem Coronavirus infiziert zu sein, soll sich zunächst bei seinem Hausarzt telefonisch melden. Der Arzt prüfe dann, ob ein begründeter Verdachtsfall vorliegt. Anschließend solle der Patient auf Weisung des Arztes in ein Abstrichzentrum gehen. Hier befinden sich die Testzentren:

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