DIGITALPAKT VERGEIGT?

Schulen wollen Geld für Computer anscheinend nicht haben

Die verschlafene Digitalisierung an den Schulen in MV erhitzt die Gemüter. Jetzt schlagen FDP und CDU Alarm, die SPD gerät ins Schlingern.
Das Geld für Digitalisierung kommt in den Schulen in MV nur langsam an.
Das Geld für Digitalisierung kommt in den Schulen in MV nur langsam an. Sebastian Gollnow
Hagen Reinhold
Hagen Reinhold Thomas Koehler/photothek.net/Bun
Schwerin ·

Hagen Reinhold ist mächtig angefressen und lässt seinem Unmut über die schleppende Umsetzung des mit 5,5 Milliarden ausgestatteten Digitalpaktes für Schulen freien Lauf. „Der Digitalpakt-Schule ist die nächste Baustelle, auf der wir im Land nicht mit Tempo glänzen. Der Mittelabruf ist beschämend, insbesondere weil die Landesregierung keine Verantwortung übernimmt und die Zuständigkeit an die Schulen weiterschiebt“, wettert der liberale FDP-Bundestagsabgeordnete aus Rostock gegen das SPD-geführte Bildungsministerium in Schwerin.

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Wenn schon seit langem offensichtlich ist, dass viele Schulen kein Personal haben, um eigene Digitalkonzepte zu erstellen, dann müsse das Land die Schulen unterstützen. Es reiche nicht, die Hände in den Schoß zu legen und sich nicht zuständig zu fühlen, so Reinhold.

Digitale Hausmeister gefragt

Der erste Schritt wäre aus Sicht des FDP-Politikers, ein Expertengremium einzusetzen, um Lösungen und einen Leitfaden für die Beantragung der Fördermittel und zur Erstellung eines Digitalkonzeptes bereitzustellen. Im zweiten Schritt bräuchten die Schulen dann Unterstützung von Fachkräften, um eine schnelle Implementierung umzusetzen sowie digitale Hausmeister, die dann für die Pflege der Geräte und Netzwerke zuständig seien.

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Der Digitalpakt war im Mai 2019 mit 5,5 Milliarden Euro durch den Bund ausgestattet worden – MV stehen 99,2 Millionen Euro zur Verfügung. Bisher aber wurde nicht einmal die Hälfte der Gelder abgerufen.

Das ärgert auch den CDU-Landtagsabgeordneten Daniel Peters. „Angesichts der Situation, in der wir uns befinden, ist das, was im Bereich Digitalisierung an unseren Schulen passiert, wirklich dramatisch wenig. Während der Lockdowns der vergangenen anderthalb Jahre haben wir alle schmerzlich erfahren, wie schlecht es um die Bildungslandschaft im Bereich Digitalisierung bestellt ist“, kritisiert Peters. Dass das Bildungsministerium nun unter anderem darauf verweise, dass das Programm ja bis 2024 angelegt sei, empfänden viele Betroffene nachvollziehbarerweise als Hinweis darauf, dass das Bildungsministerium nach wie vor keinen Handlungsdruck sehe, so der CDU-Politiker.

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Kommentare (1)

...damit hat sich Herr Reinhold thematisch selbst disqualifiziert. Da hat einer Bildung und Digitalisierung verstanden. Und die Vorschläge erst, wollte er sich damit für ein Expertengremium bewerben oder irgendwelche Berater auf dem Lobbydunstkreis zusammentrommeln? Und Herr Peters darf in der Sache, wenn er schon am Güllefass rüttelt, mal bei seiner Parteikollegin im Bundesbildungsministerium oder die Umsetzungsstärke in den Landkreisen seiner CDU-Landräte hinterfragen, bevor er vor sich hinblabt.