NEUE CORONA-REGELN

Schulklassen dürfen ins Theater, Kindergartenkinder aber nicht

Die Wintermärchen sind gerettet! Während in Mecklenburg-Vorpommern ab Dezember wieder Schulklassen ins Theater dürfen, gilt das aber nicht für Kindergartenkinder. Die Begründung: Theater ist auch Unterricht.
„Alice im Wunderland” tritt ihre Reise im Dezember an.
„Alice im Wunderland” tritt ihre Reise im Dezember an. Christian Brachwitz
In Neustrelitz dürfen sich die Schulklassen auf „Der Satanarchäolügenial koköllische Wunschpunsch&rd
In Neustrelitz dürfen sich die Schulklassen auf „Der Satanarchäolügenial koköllische Wunschpunsch”, eine Zauberposse von Michael Ende, freuen. Christian Brachwitz
Schwerin.

Schulklassen dürfen ins Theater gehen, Kindergartenkinder aber nicht. Der Rest des Programms kann sowieso nicht stattfinden. Das ist eines der Ergebnisse des MV-Gipfels vom Wochenende, bei dem Corona-Maßnahmen für den Dezember beschlossen worden sind.

Warum zwischen diesen beiden Gruppen unterschieden wird, erklärt ein Regierungssprecher in Schwerin so: „Bei den Schulvorführungen handelt es sich um außerschulischen Unterricht.” Zugelassen sind demnach nur komplette Schulklassen, keine einzelnen Schüler, die im Dezember trotz Corona ins Theater gehen können. Danach werde der Stoff im Unterricht besprochen. Beim MV-Gipfel sei diskutiert worden, ob auch Vorführungen für Kindergartenkinder erlaubt werden sollen, so der Sprecher. Man habe aber abgewogen und sich letztendlich dagegen entschieden. Welche Argumente bei dieser Abwägung noch eine Rolle gespielt hatten, sagte der Sprecher nicht.

Im Dezember können sich die Schulklassen im Land nun unter anderem auf die Stücke „Alice im Wunderland” nach dem Buch von Lewis Carroll im Schauspielhaus Neubrandenburg freuen oder im Landestheater Neustrelitz auf „Der Satanarchäolügenial koköllische Wunschpunsch”, eine Zauberposse von Michael Ende. Auch die Vorpommersche Landesbühne, das Theater Vorpommern und das Rostocker Volkstheater kündigten bereits an, die Möglichkeit nutzen zu wollen.

Lesen Sie hier mehr: Diese Corona-Regeln gelten in MV ab 1. Dezember.

Theater fordern Ausweg aus Komplettschließung

Ungeachtet dieser sanften Öffnung der Bühnen für die Wintermärchen fordern die Theater in Mecklenburg-Vorpommern Wege aus der Komplettschließung. In einer gemeinsamem Erklärung zum bundesweiten Aktionstag der Theater und Orchester am Montag betonten die Intendanten der großen Bühnen im Land: „Wir halten es für geboten, unverzüglich und konkret die möglichen Szenarien für einen vorsichtigen und verantwortlichen Wiedereinstieg in ein gesellschaftliches Leben mit Kunst und Kultur zu erarbeiten.“ Ein Szenario für den Weg zurück zum Gemeinschaftserlebnis in Theatern und Konzerthäusern werde in Abstimmung mit dem Schweriner Bildungsministerium derzeit entwickelt. Es müsse den erwartbaren weiteren Stufen der Pandemieentwicklung Rechnung tragen und Auswege jenseits der Komplettschließung bieten.

Am Aktionstag haben Theater bundesweit auf sich und ihre Situation aufmerksam gemacht. Seit Anfang November müssen sie im Zuge des Teil-Shutdowns geschlossen bleiben. Die Vorpommersche Landesbühne in Anklam stellte ein Video auf seine Internetseite, in dem die „Weihnachtsgans Auguste“, die Hauptfigur einer aktuellen Weihnachtsinszenierung, die Gäste auf einen virtuellen Theaterrundgang mitnimmt. Hier berichtet die Bühne über ihre Aktion.

Unterzeichner der Erklärung sind Martin Schneider (Vorpommersche Landesbühne Anklam), Dirk Löschner und Peter van Slooten (Theater Vorpommern Greifswald, Stralsund, Putbus), Sven Müller und Malte Bähr (Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz), Ralph Reichel und Cornelia Ascholl (Volkstheater Rostock) sowie Lars Tietje (Mecklenburgisches Staatstheater).

JETZT NEU: CORONA-UPDATE PER MAIL

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (2)

Wieder so eine widersprüchliche Entscheidung, die ich absolut nicht nachvollziehen kann. Wenn es heißt, dass die Schulvorführungen außerschulischen Unterricht darstellen, ist das nichts anderes als ein Bildungsangebot. Das würde für die Kindergärten aber doch in gleicher Weise gelten? Oder hat die Landesregierung noch nichts von frühkindlicher Bildung im Kindergartenbereich gehört? Scheinbar hat sie wohl durch (oder mit?) Corona wieder ein paar pädagogische Rückschritte gemacht und meint, bei den Kindergärten handele es sich lediglich um Kinderaufbewahranstalten, damit die Mütter arbeiten gehen können - bzw. dürfen, sofern sie gegenwärtig nicht von Kurzarbeit oder einem quasi Arbeitsverbot betroffen sind.

das weiss doch jeder: das sind gaaanz unterschiedliche KINDER, jünger und älter!! Das ist Begründung genug!!
Wer mehr verlangt, ist bestimmt Verschwörungsfuzzi oder GAANZ Rechts oder Aluhut.
Ich frage mich immer, warum es eigentlich noch Wahlen gibt, wo wir unsere tatkräftigen Exekutiven haben.