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Schulnoten und Arbeiten kommen per Internet

Die Neue Friedländer Gesamtschule begrüßt es, Klassenarbeiten künftig nicht mehr einmotten zu müssen. Auf den Informationsfluss zu den Eltern wirkt sich das nicht aus – dank des Computers.

Schulnoten und die Klassenarbeiten können Eltern im Internet einsehen.
             
Jens Wolf Schulnoten und die Klassenarbeiten können Eltern im Internet einsehen.  

Wenn rund 720 Schüler im Schnitt 13 Klassenarbeiten pro Schuljahr schreiben, können leicht mehrere zehntausend Blatt Papier zusammenkommen. Bislang musste dieser Batzen zwei Jahre lang im Archiv schmoren – zum Beispiel an der Neuen Friedländer Gesamtschule (nfg). Schulleiter Heiko Böhnke spricht von einer „erheblichen Erleichterung, diese Papierflut nun los zu sein“.

Zum Schuljahresbeginn hatte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) die Archivierungspflicht für Klassenarbeiten aufgehoben und sich damit Kritik vom Landeselternrat eingehandelt (Nordkurier berichtete). Sein Vorschlag: Die Arbeiten werden Schülern ab Klasse zwei gegen Unterschrift auf einem Übergabeprotokoll ausgehändigt. Bislang hatten Eltern die Arbeiten unterzeichnet und so die Kenntnisnahme der Note bestätigt. Obwohl Lehrer den unterschriebenen Klassenarbeiten häufig länger hinterherrennen mussten, kündigten etliche Schulen im Land an, das bisherige Verfahren beizubehalten – gegen den ministeriellen Rat.

Schulleiter Böhnke sieht dafür keinen Grund. Beim Informationsfluss zwischen Schule und Elternhäusern verlässt er sich nicht mehr auf Unterschriften, weder bei Klassenarbeiten noch Notenlisten, die zweimal im Schuljahr mit nach Hause geschickt werden müssen. Seit dem vergangenen Schuljahr bietet die seine Gesamtschule allen Eltern die Möglichkeit, die Notenlisten ihrer Kinder im Internet einzusehen. Hat ein Schüler eine Zensur bekommen, erscheint sie wenig später im elektronischen Verzeichnis. Das Verfahren hat Heiko Böhnke übers Sportgymnasium Neubrandenburg kennengelernt und 2011 an seiner Schule in einem Jahrgang getestet. „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv“, sagt er.

Die Zugangsdaten zum Notenkonto ihres Kindes nehmen die Eltern persönlich in Empfang, wie der Schulleiter erklärt. Mit einer PIN-Nummer können sie sich ins System wählen, mit einer TAN-Nummer bestätigen sie den Zugang. Das Programm lässt auch kurze Nachrichten vom Lehrer an die Eltern zu. Über den umgekehrten Weg wird derzeit diskutiert in Friedland.

Die Zahl der Zugriffe auf die Notenlisten bestätigt dem Kollegium der nfg, dass dieser Weg richtig war. Aber: „Familien ohne Internet erhalten eine Notenübersicht nach wie vor auf Papier“, sagt Heiko Böhnke. „Ich meine allerdings, das sollte unbedingt häufiger geschehen als die vorgesehenen zwei Mal.“ Eine monatliche Information an die Eltern wiederum, wäre zwar sinnvoll, doch auf dem Papier-Weg einfach nicht zu bewältigen. Auch das wertet Heiko Böhnke als Pluspunkt für die Notenschau am Computer. Nun hofft er noch, dass die Internet-Notenlisten mit dem Zeugnis-Computerprogramm vernetzt werden können. Das wäre eine weitere Entlastung für die Lehrer.