SCHLIEßUNG DER GEBURTENSTATION

Schwangere auf Rügen brauchen bis zu einer Stunde zur Geburt

Die angekündigte vorübergehende Schließung der Geburtenstation in Bergen auf Rügen kritisieren die Hebammen scharf. Werdende Mütter hätten einen ziemlichen weiten Weg vor sich.
dpa
Wenn eine Schwangere beispielsweise in Putgarten auf Rügen lebt und die Wehen einsetzen, braucht sie mindestens eine Stun
Wenn eine Schwangere beispielsweise in Putgarten auf Rügen lebt und die Wehen einsetzen, braucht sie mindestens eine Stunde bis ins Stralsunder Helios Klinikum, wo die nächste Geburtenstation ist. Sebastian Gollnow
Bergen ·

Der Landeshebammen-Verband hat sich nach der Ankündigung des Sana-Krankenhauses Rügen, seine Geburtsstation vorerst weitgehend abzumelden, bestürzt gezeigt. Das sei eine Katastrophe, sagte die Vorsitzende Kathrin Herold.

Geburtshilfe an wirtschaftliche Interessen geknüpft

Herold kritisierte, dass im Zuge der Einschränkung keine Alternativen geboten würden. Mit Blick auf die Lage in MV sagte sie, es gebe das Problem, „dass Geburtshilfe an wirtschaftliche Interessen geknüpft ist”. Das sei bei der Feuerwehr etwa nicht der Fall. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es viele kleine unrentable Kliniken. Die Häuser hätten teilweise auch kein Interesse, ihre Abteilungen zu halten.

Sie verwies zudem auf die langen Fahrtwege, die Frauen jetzt bis nach Stralsund zurücklegen müssten. Dort ist die nächste Klinik mit Geburtenstation. Wer etwa ganz im Norden in Putgarten am Königsstuhl lebt und ein Kind gebärt, bräuchte mehr als eine Stunde, um das Helios Klinikum Stralsund zu erreichen – bei normalem Verkehr. Während der Urlaubszeit im Sommer dürfte es länger dauern. Bis nach Bergen hätte die gleiche Mutter nur rund 40 Minuten gebraucht.

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Kommentare (4)

Die Ware Mensch ist gewissenlosen Menschen nichts wert - ausser ebend dem Renditenwert. Das ist widerlich, verwerflich, abartig u. widerspricht jeder Ethik.

stellen Sie mit einem Blick auf die Landkarte fest, wie viel Unsinn in diesem tollen Artikel der DPA von einer Frau Herold (Name ist Programm?) verbreitet wird.
"In Mecklenburg-Vorpommern gebe es viele kleine unrentable Kliniken." Das stimmt schlicht nicht und selbst wenn, wie würde denn das Schließen einer solchen kleinen unrentablen Klinik auf Rügen die Situation verbessern?
„dass Geburtshilfe an wirtschaftliche Interessen geknüpft ist” das gilt natürlich für so ziemlich alles im Leben eines Menschen, bestimmt außer dem von Frau Herold. Letztlich sind aber nicht Euros sondern Ärzte die knappe Ressource. Wenn Sie sich also von der Vernunft leiten lassen und sich fragen, wo sollte die begrenzte Zahl von geburtshilflich qualifizierten Ärzten möglichst 24/7 anwesend sein - sicher nicht in der letzten Ecke von M-V sondern dort, wo es für möglichst viele werdende Eltern erreichbar ist. Auf Rügen kämen rund 10 Geburten im Jahr (1 pro Monat) auf eine Ärztin in der Geburtshilfe.
Wenn Ihnen eine solche Konzentration wegen der dünnen Besiedlung zu weit ist, dann sollten Sie doch eher Ihre Partikularinteressen hinterfragen und vielleicht in eine der wunderschönen Großstädte ziehen - ich empfehle Frankfurt.

falsch verstanden!

und dann erst kommentieren!