WETTER

Schwere Gewitter zogen über MV und Brandenburg

Am Sonntag zogen schwere Gewitter mit Starkregen und Sturmböen über MV sowie Brandenburg. Auf den Autobahnen im Nordosten krachte es mehrfach wegen der Unwetter. Bei Rostock setzte ein Blitz einen Schuppen in Brand.
dpa
Matthias Stiel Matthias Stiel
In Waren braute sich schon ganz schön was zusammen.
In Waren braut sich schon ganz schön was zusammen. Thomas Krause
Blitze zuckten am Sonntagnachmittag zwischen Hohenstein und Friedland in Richtung Erdboden.
Blitze zuckten am Sonntagnachmittag zwischen Hohenstein und Friedland in Richtung Erdboden. Christian Ollwig
Bedrohliche Wolken über Zingst am Strand.
Bedrohliche Wolken über Zingst am Strand. Christoph Schönwiese
Starke Regenfälle und Unwetter haben in mehreren Thüringer Landkreisen für Überflutungen und Schäden gesorgt. Auch für Mecklenburg-Vorpommern und Berlin/Brandenburg wurde schwere Gewitter angekündigt.
Starke Regenfälle und Unwetter haben in mehreren Thüringer Landkreisen für Überflutungen und Schäden gesorgt. Auch für Mecklenburg-Vorpommern und Berlin/Brandenburg wurde schwere Gewitter angekündigt. dpa
Schwerin.

Schauer und Gewitter bereiten der Hitzewelle und dem schönen Wetter am Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern vorerst ein Ende. Nach einem schwülwarmen Tagesbeginn mit Temperaturen zwischen 29 und 31 Grad, zogen am Nachmittag Gewitter auf, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes erklärte. Am Sonntag gab der DWD dann amtliche Warnungen vor schweren Gewittern, heftigem Starkregen und Hagel für den Nordosten heraus.

Betroffen war die gesamte Seenplatte und Vorpommern. Lediglich direkt an den Küsten und um Pasewalk herum gab es bis zum Nachmittag nur eine sogenannte "Vorabinformation", statt einer offiziellen Warnung.

Unwetter über der Müritz

Die Gewitterfront bescherrte unter anderem den Rettern an der Müritz mehrere Einsätze: Eine Bootbesatzung und zwei Häuser nach Blitzeinschlag mussten kontrolliert werden.

Die am Sonntagnachmittag über Mecklenburg-Vorpommern gezogene Gewitterfront hat die unter der Trockenheit leidenden Bauern jedoch insgesamt enttäuscht und nur örtlich begrenzten Starkregen gebracht. Wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte, kam es vor allem in Gemeinden südlich und östlich von Schwerin zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Gut ein Dutzend Mal hätten Feuerwehren deshalb ausrücken müssen.

Gewitter-Bilanz im Bereich Rostock

Am Sonntag zwischen 13.30 Uhr und 15 Uhr gab es auf den Autobahnen A19, A20 und A24 vier Unfälle, bei denen die jeweiligen Fahrer aufgrund unangepasster Geschwindigkeit und Nichtbeachtung der Fahrbahn -und Witterungsverhältnisse größere Polizeieinsätze ausgelöst haben.

Bei dem Unfall auf der A24 verlor der 34-jährige Fahrer aufgrund des plötzlichen Starkregens die Kontrolle über seinen Transporter, geriet ins Schleudern und fuhr gegen die Mittelschutzplanke. In der weiteren Folge überschlug sich das Fahrzeug und kam quer auf beiden Fahrstreifen auf den Rädern zum Stehen. Hier wurden die fünf Insassen des Fahrzeugs leicht verletzt.

Auch auf der A19 beachtete der 35-jährige Fahrer eines Autos nicht den Wetterumschwung und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Er und seine Beifahrerin wurden leicht verletzt.

Auf der A20 gab es gleich zwei Unfälle in unmittelbarer Nähe. In einem Fall fuhr ein 32-jährige Mercedesfahrer in die Mittelschutzplanke, bei dem zweiten Unfall kam ein 52-jährige Fahrer mit seinem Auto nach rechts von der Fahrbahn ab. Beide Fahrer wurden leicht verletzt.

Darüber hinaus kam es nach einem Blitzeinschlag zu einem Schuppenbrand in Laage. Die Feuerwehr konnte den Schuppen schnell löschen und ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus verhindern. Die Anwohner waren zum Zeitpunkt des Blitzeinschlags nicht anwesend.

Brandenburg: Windrad abgebrannt

Bei Zehdenick im Norden Brandenburgs ist während des Unwetters ein Blitz in eine Windkraftanlage eingeschlagen. Feuerwehrleute waren vor Ort, konnten aber nur noch die Umgebung absichern. Das Windrad brannte ab. In Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) schlug der Blitz in ein Einfamilienhaus ein und löste einen Dachstuhlbrand aus, wie die Regionalleitstelle Brandenburg mitteilte. Verletzte gab es demnach nicht. In Ketzin im Havelland stürzten nach Angaben der Regionalleitstelle Nordwest einige Bäume um. Von den Leitstellen Oderland und Lausitz hieß es am Nachmittag, dass die Lage bislang weitgehend ruhig geblieben sei.

Auch in Berlin Gewitter erwartet

Auch die Berliner Feuerwehr hat vor starken Gewittern in der Hauptstadt gewarnt. Noch sei die Lage ruhig, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntagnachmittag mit. Sollten die angekündigten Gewitter die Hauptstadt im Tagesverlauf treffen, riet die Feuerwehr dazu, zuhause zu bleiben.

"Achten Sie auf sich und auf andere Menschen", sagte der Sprecher. Drei Freiwillige Feuerwehren seien im Südwesten der Stadt vorsorglich in den Dienst gerufen worden, alle anderen hielten sich bereit, hieß es. Auch die Leitstelle sei verstärkt worden.

Angesichts der hohen Trockenheit warnte die Feuerwehr zudem vor erhöhter Brandgefahr. Nicht nur Bäume, Sträucher und Büsche, auch Blumenkästen seien leicht entzündlich. Im Preußenpark in Berlin-Wilmersdorf untersagte die Polizei am Sonntag den Gebrauch von Gaskochern und Holzgrills. Dort findet jedes Wochenende der sogenannte Thaipark statt, bei dem Essen aus Thailand angeboten wird. Die Anwesenden seien den Ansagen der 15 Polizisten freundlich und friedlich gefolgt, sagte ein Sprecher.

Neue Woche startet ruhiger

Die Unwettergefahr soll laut DWD in der neuen Woche abnehmen. „Am Montag kommt eine Kaltfront von Nordwesten und verlagert sich langsam bis zur Wochenmitte nach Südosten“, sagte Adrian Leyser vom DWD. Ab Mittwoch werde es in ganz Deutschland ruhiger und kühler – mit Temperaturen vielerorts um die 20 Grad oder knapp darüber. Die Temperaturen könnten sich aber wieder erholen. „Ob die Hitze zurückkehrt, kann man derzeit noch nicht sagen“, meinte Leyser.

Wetterextreme kommen immer häufiger vor – auch im Nordosten. Mit unseren Tipps übersteht man sie unbeschadet.

Heftige Gewitter am Samstag

Heftige Frühlingsgewitter haben am Samstagabend über Teilen Deutschlands getobt. Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und Blitzeinschläge hielten die Retter stundenlang in Atem. Es gab auch Verletzte. Wie hoch der Schaden ist, ließ sich noch nicht schätzen.

In Rheinland-Pfalz traf es den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Mehr als 900 Rettungskräfte kämpften hier stundenlang gegen das Unwetter, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Das Telefonnetz fiel in manchen Orten aus, auch der Bahnverkehr war betroffen. In allen Flüssen des Eifelkreises drohe Hochwasser.

Auch Mainz und das Umland bekamen etwas ab. Starkregen und Sturmböen lösten einen Großeinsatz aus, wie die Feuerwehr mitteilte. Bis Mitternacht gingen 150 Notrufe ein. Etliche Keller standen unter Wasser, Blitze schlugen ein. Ein Dachstuhl ging in Flammen auf. Besonders betroffen war der Bereich Bingen.

Straßen unter Wasser

Mit Blitz und Donner zog ein heftiges Gewitter über Schweinfurt. Bäume stürzten um, Straßen standen unter Wasser, Keller wurden geflutet, wie das Rote Kreuz mitteilte. Zwei Menschen wurden bei dem Unwetter leicht verletzt. Hier verbuchten die Rettungskräfte am Samstagabend mehr als 230 Einsätze.

Ein Gewitter mit Starkregen tobte über Heilbronn. "Wir haben mehr als 450 Rettungseinsätze gezählt", sagte ein Sprecher der Polizei. Viele Straßen waren unpassierbar. "Auch einige Firmen und Betriebe meldeten Land unter", sagte der Sprecher.

In Thüringen flutete das Unwetter die Innenstadt von Meiningen. Auch Bäume knickten um. Die Feuerwehr rückte wegen zahlreicher voll gelaufener Keller aus.

In der Nacht zum Sonntag kehrte dann wieder Ruhe ein - die Unwetter zogen weiter. Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnungen am frühen Morgen wieder auf. Doch im Lauf des Sonntags drohen weiterhin schon wieder neue Gewitter.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns sind am Wochenende drei Menschen bei Unfällen gestorben – viele wurden schwer verletzt. Einen Überblick über die Polizeimeldungen des Wochenendes finden Sie hier.

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Kommentare (1)

zu früh freuen! Dann ist die Enttäuschung um so größer.