30 BETROFFENE

Schwerer Mobbing-Fall an Schule in Crivitz

An einer Regionalschule in Crivitz sollen jahrelang Schüler gequält worden sein. Das Bildungsministerium in Schwerin bestätigte einen entsprechenden Bericht.
dpa
Ein schwerer Fall von Mobbing hat sich an einer Regionalschule in Crivitz ereignet.
Ein schwerer Fall von Mobbing hat sich an einer Regionalschule in Crivitz ereignet. Oliver Berg
Crivitz.

Ein schwerer Fall von Mobbing hat sich an einer Regionalschule in Crivitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ereignet. Über einen Zeitraum von vier Jahren sollen rund 30 Schüler daran beteiligt gewesen sein. Das Bildungsministerium in Schwerin bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Ostsee-Zeitung“.

Mit „Stängeln“ gequält

Sechstklässler sollen danach Fünftklässler mit sogenanntem „Stängeln“ gequält haben. Vier bis fünf Jungen der sechsten Klasse sollen dabei einen Fünftklässler hochgehoben und den Schritt des Kindes an einem Baumstamm gerieben haben. Die Mehrzahl der Opfer sei im kommenden Schuljahr selbst zum Täter bei diesem „Ritual“ geworden.

Nach einer Anzeige der Schule ermittelte zunächst die Staatsanwaltschaft Schwerin. Die Ermittlungen seien zu Jahresbeginn jedoch eingestellt worden, sagte eine Sprecherin. Ein Kind sei befragt worden, habe aber keine Namen von Tätern genannt. Sie wären ohnehin strafunmündig gewesen.

Anti-Mobbing-Strategie an den Schulen

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) verwies auf zahlreiche Projekte gegen Mobbing in der Schule. Sie sehe aber auch die Eltern in der Verantwortung, genauer hinzusehen, sagte sie. „Sie müssen ihren Kindern aufzeigen, wann sie Grenzen überschreiten.“ In der Schule werde vor allem auf Prävention gesetzt, damit Mobbing und Gewalt gar nicht erst entstehen.

Ministeriumssprecher Henning Lipski ergänzte: „Es ist wichtig, dass über Mobbing gesprochen und den Schülern vermittelt wird, dass das nicht geht.“ Der Landtag befasst sich am Freitag mit Mobbing in der Schule. Die Angebote sollen besser koordiniert werden. CDU und SPD fordern in ihrem Antrag eine ganzheitliche Anti-Mobbing-Strategie an den Schulen. „Das Bildungsministerium ist in der Pflicht“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Vincent Kokert. Mobbing in der Schule sei ein verbreitetes Phänomen. „Es gibt haarsträubende Geschichten.“ Nötig seien etwa Vertrauenslehrer und psychologische Hilfe. In Crivitz werde nun noch einmal ein Schulpsychologe an die Schule entsandt, sagte Ministeriumssprecher Lipski.

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Kommentare (2)

Unfassbar.....vier Jahre lang. Was für eine Prävention habe denn in dieser Zeit stattgefunden? Diese Frage muss sich die Schulleitung doch mal stellen. Und natürlich werden die Opfer keine Namen nennen, solange sie noch an dieser Schule sind. Denn wenn nicht in der Schule, dann sind sie doch nach der Schule weiterhin dem Mobbing ausgesetzt. Ich kenne solche Situationen aus Baden Württemberg. Dort sah die Prävention so aus....kein einziger Lehrer während der Hofpause auf dem Pausenhof zu sehen, sie standen am Fenster des Lehrerzimmers mit der Kaffeetasse in der Hand und haben ab und zu mal einen Blick in den Schulhof geworfen. Wird von Eltern diese Situation kritisiert, badet es das eigene Kind aus. Bei Mobbingvorfällen wird vorgeschlagen, ein wochenlanges Mobbingprotokoll zu führen, indessen leidet das betroffene Kind täglich weiter. Es hilft nur eins, sofort die Kinder aus der Schule nehmen......und an die Öffentlichkeit gehen......und zwar rigeros!

Mobbing, Depressionen und Vereinsamung! Was sagt das über unsere Gesellschaft aus?