BEI WÖBBELIN

Schweres Fernbusunglück auf A24 – 31 Verletzte

Bei einem schweren Fernbus-Unfall auf der A24 sind laut der Polizei 31 Menschen verletzt worden. Flixbus nennt hingegen eine andere Zahl. Die Polizei vermutet eine bestimmte Unfallursache.
dpa
Bei einem Unfall eines Fernbusses nahe Wöbbelin sind 31 Personen verletzt worden.
Bei einem Unfall eines Fernbusses nahe Wöbbelin sind 31 Personen verletzt worden. Ralf Drefin
Die Polizei vermutet, dass der Fahrer in den Sekundenschlaf gefallen ist.
Die Polizei vermutet, dass der Fahrer in den Sekundenschlaf gefallen ist. Ralf Drefin
Zahlreiche Einsatzkräfte waren nach dem Fernbus-Unfall vor Ort.
Zahlreiche Einsatzkräfte waren nach dem Fernbus-Unfall vor Ort. Ralf Drefin
Der Flixbus wurde später mit einem Kran geborgen.
Der Flixbus wurde später mit einem Kran geborgen. Ralf Drefin
Wöbbelin ·

Ein Fernbus ist am frühen Samstagmorgen auf der Autobahn 24 nahe Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern verunglückt. Zur Zahl der Verletzten gab es unterschiedliche Angaben: Es seien 31 Insassen verletzt worden, berichtete die Polizei. Die Zahl sei deutlich niedriger, sagte ein Sprecher des Unternehmens Flixbus der Deutschen Presse-Agentur. Viele der Insassen, die vorsorglich in Krankenhäuser gebracht wurden, seien unverletzt wieder entlassen worden. In einer Klinik seien es 5 von 6 gewesen.

Die Polizei sprach von 28 Leicht- und 3 Schwerverletzten. Flixbus bestätigte zunächst 3 Verletzte. Alle Insassen des Busses, laut Flixbus 30 Fahrgäste und 2 Fahrer, seien vorsorglich in Krankenhäuser gekommen. «Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden», sagte ein Flixbus-Sprecher. Der Bus war zwischen Prag und Hamburg unterwegs, als sich der Unfall nördlich von Ludwigslust ereignete. Die Ursache blieb zunächst ungewiss. Möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. «Die Ermittlungen laufen.»

Über 100 Einsatzkräfte vor Ort

Nach Angaben des Sprechers herrschten zum Unfallzeitpunkt normale Witterungsverhältnisse. Drei Menschen hätten schwere Verletzungen erlitten, schwebten aber nicht in Lebensgefahr. Ein Rettungshubschrauber landete am Unfallort, kam aber nicht zum Einsatz. Der 47 Jahre alte tschechische Fahrer kam laut Polizei um 5.45 Uhr mit dem Doppelstockbus nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte auf die rechte Seite. In dem Bus saßen laut Polizei deutsche, tschechische, rumänische, türkische, albanische, britische, indische, ägyptische und chinesische Staatsangehörige. Kinder seien nicht dabei gewesen.

40 Rettungskräfte und 6 freiwillige Feuerwehren mit 68 Einsatzkräften waren an den Unfallort geeilt. Die Autobahn wurde nach dem Unfall zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow in Fahrtrichtung Hamburg voll gesperrt. Zur Höhe des Sachschadens gab es zunächst keine Angaben.

Laut ADAC Unfallgefahr mit Bus immer noch kleiner als mit Privatwagen

Größere Busunfälle sorgen öfter für Aufsehen, sind aber relativ selten. Im Mai 2019 war ein Fernbus nahe Leipzig verunglückt. Eine Frau starb, neun Menschen, darunter der Busfahrer, wurden schwer verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer wegen eines «medizinischen Problems» sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Im Juni 2019 wurden sieben Menschen verletzt, als ein Flixbus auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe auf einen Lastwagen auffuhr, der plötzlich die Spur wechselte.

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Ein knappes Jahr zuvor waren nahe Rostock 22 Menschen verletzt worden. Ihr Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Graben umgekippt. Trotz solcher Unfälle zählen Fernbusse zu den sichersten Verkehrsmitteln. «Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer, als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind», heißt es beim ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in knapp einem Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.

Der Artikel ist am 12.09.2020 um 12:12 Uhr aktualisiert worden.

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