AST FÄLLT AUF GÄSTE

Schweriner Staatsanwaltschaft ermittelt nach Open-Air-Unglück

Am Wochenende sind 29 Menschen bei einer Veranstaltung an der Schweriner Freilichtbühne teils schwer verletzt worden. Wie konnte das passieren?
Philipp Schulz Philipp Schulz
29 Menschen wurden verletzt, als der Ast auf einen Bierwagen stürzte.
29 Menschen wurden verletzt, als der Ast auf einen Bierwagen stürzte. Jens Büttner
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Jens Büttner
Wie konnte es zu dem Unglück kommen?
Wie konnte es zu dem Unglück kommen? Cornelius Kettler
Schwerin.

Zwei Tage nach dem Unfall in Schwerin geht für die Behörden die Suche nach dem Antworten los. Am Samstag besuchten rund 1000 Gäste die Freilichtbühne Schwerin, wo eine Open-Air-Veranstaltung mit Hits der 90er und 2000er stattfand. Die Party musste jedoch vorzeitig beendet werden, als ein Ast auf eine Menschenmenge stürzte – 29 wurden verletzt, sechs von ihnen schwer. Nun stellt sich für die Kriminalpolizei und die Schweriner Staatsanwaltschaft die Frage: Wie konnte es passieren, dass ein 18 Meter langer Ast auf einen Bierwagen stürzt und so viele Menschen verletzt?

Wie Oberstaatsanwältin Claudia Lange von der Staatsanwaltschaft Schwerin am Montag dem Nordkurier mitteilte, laufen aktuell Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung. Ein Gutachter, der sich eingehend mit dem Baum und dem herabgefallenen Ast beschäftigen soll, ist bereits bestellt. Augenzeugen berichteten, der Ast sei morsch gewesen. Das Unternehmen C & M Concert und Management ist Betreiber der Freilichtbühne Schwerin, entsprechend auch zuständig für die Grünpflege des Geländes. In einer schriftlichen Stellungnahme erklärt das Unternehmen: „Wir lassen regelmäßig eine gründliche Baumpflege auf dem Gelände der Freilichtbühne durch eine Fachfirma für Garten- und Landschaftsbau durchführen.” Zuletzt soll das im Juni diesen Jahres passiert sein, unter Einbeziehung eines fachkundigen Baumexperten. Von morsch könne also nicht die Rede sein.

Allerdings wäre auch ein anderer Grund für Astabbruch denkbar: Aktuell kommt es vermehrt zu Abbrüchen von Ästen die scheinbar gesund sind, jedoch auf Grund der andauernden Trockenheit und Hitze nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden. Diese sogenannten Grünastabbrüche sind nicht vorherzusehen und auch nicht durch regelmäßige Baumkontrollen, wie sie in der Freilichtbühne zuletzt stattgefunden haben, zu vermeiden.

Tatsächlich ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht gegen den Betreiber, sondern gegen Unbekannt wie es hieß. „Wir wollen zeitnahe zu Ermittlungsergebnissen kommen," so Lange. Am Montag befanden sich noch drei der insgesamt sechs schwer verletzten Personen in stationärer Behandlung.

 

 

 

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