MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Pressekonferenz zur Insolvenz der MV-Werften am Abend des 10. Janua
MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Pressekonferenz zur Insolvenz der MV-Werften am Abend des 10. Januar 2022. ZVG
MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei der Pressekonferenz zur Insolvenz der MV-Werften am Abend des 10. Januar 2022.
MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) bei der Pressekonferenz zur Insolvenz der MV-Werften am Abend des 10. Januar 2022. ZVG
MV Werften

Schwesig bedauert Werften-Pleite – und greift Genting an

Die MV-Landesregierung glaubt offenbar nicht daran, dass es nach der Insolvenz der MV Werften dort trotzdem noch weitergehen kann. Es wird nach Alternativen gesucht.
Schwerin

Das Wort des Abends war wohl „Fortführungslösungen” – im Munde geführt von MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD): Der Minister drückte in einem kurzen Presse-Statement am Montagabend genau wie vorher schon MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Hoffnung aus, dass es in den kommenden Wochen gelingen möge, eine Lösung zu finden, bei der die insolventen MV Werften zumindest ihr XXL-Kreuzfahrtschiff „Global 1” zu Ende bauen können. Dies habe jetzt Priorität, sagten Meyer und Schwesig unisono.

Womit aber auch klar ist: Daran, dass die MV Werften, die bislang dem malaysischen Genting-Konzern gehören, trotz der Insolvenz noch in derselben Form wie bisher fortgeführt werden können, glaubt in Schwerin inzwischen wohl niemand mehr.

Schwesig: Genting-Verhalten "völlig unverständlich"

Denn Schwesig und Meyer betonten auch, es müsse nun darum gehen „langfristige Lösungen für den maritimen Standort Mecklenburg-Voprommern zu finden”, so Meyer. Schwesig zählte die Standorte der MV Werften, Wismar, Rostock und Stralsund, sogar einzeln auf. Für diese Orte und ihre Wirtschaft müssten nun Perspektiven gefunden werden, so die Ministerpräsidentin.

Manuela Schwesig war es auch, die einerseits Mitgefühl für die Belegschaft der MV Werften zeigte: „Ich habe nicht vergessen, wie das ist, wenn der Betrieb des Vaters in Insolvenz geht”, sagte die Ministerpräsidentin. Sie wies die Verantwortung für die Insolvenz dem malaysischen Eigentümer-Konzern Genting zu: Zwar sei es unzweifelhaft die Corona-Pandemie gewesen, die die vormals sehr erfolgreichen Werften in Schieflage gebracht habe. Für sie sei es aber „völlig unverständlich, warum der Genting-Konzern, hinter dem bekanntlich auch ein finanzstarker Eigentümer steht, nicht bereit” gewesen sei, das von der Bundesregierung geforderte „deutliche Bekenntnis” zu seinen Werften abzulegen.

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Meyer: Genting zu war 10 Prozent Eigenbeteiligung "nicht ansatzweise" bereit

Die Bundesregierung hatte in den wochenlangen zähen Verhandlungen eine Eigenbeteiligung von Genting in Höhe von 60 Millionen Euro für ein 600-Millionen-Euro-Darlehen der Bundesregierung gemacht. Diese Eigenbeteiligung sei Genting in den Verhandlungen „nicht ansatzweise” bereit gewesen, zu erbringen, so MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD).

Wie es auf den Werften nun weitergeht, bleibt nach dem Insolvenzantrag der MV Werften damit ungewiss. Meyer sagte in Richtung der Beschäftigten, er gehe davon aus, dass das Insolvenzgeld für die Beschäftigten schnell bereitgestellt werde. Dies sei aber nur eine kurzfristige Lösung. Meyer sagte auch: „Ich habe 30 Jahre Werftenrettung in Mecklenburg-Vorpommern erlebt und dabei immer eins festgestellt, nämlich dass die Beschäftigen in der Lage sind, innovativ und kreativ auf diese Herausforderungen zu reagieren.” Dies hoffe er auch für den bevorstehenden Prozess.

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Kommentare (1)

Wenn kaum einer mehr eine Kreuzfahrt will, dann braucht es auch keine Schiffe. Schwesig gibt dem Falschen die Schuld. Denn das Virus hat diese Arbeitsplätze auf dem Gewissen. Und sonst niemand!