CORONA-PANDEMIE

Schwesig dämpft Erwartungen vor Corona-Gipfel

Während Ministerpräsidentin Schwesig vor dem Corona-Gipfel vor zu hohen Öffnungs-Erwartungen warnt, können in MV schon bald deutlich mehr Menschen als bisher eine Impfung gegen das Coronavirus bekommen.
dpa
Landtagsfraktionen in Mecklenburg-Vorpommern fordern vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch konkrete Öffnungssze
Landtagsfraktionen in Mecklenburg-Vorpommern fordern vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch konkrete Öffnungsszenarien in der Corona-Pandemie. Symbolbild Bernd Wüstneck
Greifswald ·

Nach der Freigabe von Corona-Impfstoff für die nächste Gruppe von Berechtigten durch das Land hat der Landkreis Vorpommern-Greifswald Lehrerinnen und Erzieher zu Geduld aufgerufen.

Individuell bei den Impfzentren vorzusprechen, sei nicht zielführend, sagte Landkreissprecher Achim Froitzheim am Mittwoch. Bei Schulen und Kitas würden Listen eingereicht, um Impfwillige zu erfassen. „Und dann werden wir die Impfungen organisieren, so dass dies schnellstmöglich und für jeden zur Zufriedenheit über die Bühne geht.” Das bedürfe einer einheitlichen Organisation.

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Impfungen für mehr Menschen in MV möglich

Die Landesregierung hatte am Mittwoch den Astrazeneca-Impfstoff für Menschen der Prioritätsgruppe zwei freigegeben. Noch in dieser Woche kämen Impfteams der Landkreise in Kitas, Grund- und Förderschulen, um die Beschäftigten dort zu impfen, erklärte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Nächste Woche könnten dann alle unter 65-Jährigen, die der Prioritätsgruppe zwei zugeordnet sind, über das landesweite Callcenter Impftermine vereinbaren. Zu dieser Gruppe gehören den Angaben zufolge unter anderem Haus- und Fachärzte und ihre Personal sowie chronisch Kranke. Das Personal im Callcenter soll dazu aufgestockt werden.

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Die Nachfrage nach dem Astrazeneca-Impfstoff war in der Prioritätsgruppe 1 bei Pflegekräften bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Viele Impfdosen blieben liegen. Aus den Kommunen wurde daraufhin die Forderung laut, weiteren Gruppen eine Impfung zu ermöglichen. Minister Glawe erwartet in den nächsten Tagen weitere 30.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs in Mecklenburg-Vorpommern. Von Biontech-Pfizer würden im März 100.000 Dosen erwartet.

In MV wurden laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) bislang 130.948 Corona-Impfdosen verabreicht. 81.006 Menschen bekamen eine erste Impfung, 49.942 eine zweite.

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Corona-Selbsttests in Schulen und Kitas geplant

Darüber hinaus plant das Land den Einsatz von zwei Millionen Corona-Selbsttests in Schulen und Kitas. Ab wann diese konkret zum Einsatz kommen, stand zunächst noch nicht fest. Glawe sagte, dass dies innerhalb von drei Wochen erfolgen solle. Kinder, Erzieher und Lehrer sollen sich dann mindestens einmal die Woche auf das Virus testen. Wer einen positiven Selbsttest habe, muss dann noch einen PCR-Test machen.

Die seit mehreren Wochen anhaltende Phase der kaum sinkenden Corona-Inzidenzwerte setzte sich auch am Dienstag fort. Die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gingen nach Lagus-Angaben im Vergleich zum Vortag nur leicht um 1,2 auf nun 64,7 zurück. Vor einer Woche lag dieser Wert demnach bei landesweit 64,4.

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Schwesig warnt vor Corona-Gipfel vor zu hohen Öffnungs-Erwartungen

Vor dem Bund-Länder-Gipfel zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erneut klarere Öffnungsperspektiven gefordert, jedoch zeitgleich vor zu hohen Erwartungen gewarnt. „Nach vier Monaten Shutdown haben die Bürgerinnen und Bürger und vor allem die geschlossenen Bereiche völlig zurecht den Wunsch, die Erwartung, den dringenden Appell, die Dinge zu öffnen”, sagte die Regierungschefin am Dienstag in Schwerin. Sie fügte direkt danach an, dass jedoch jedem klar sei, dass bei dieser Infektionslage nicht alles aufgemacht werden könne.

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Die Wirtschaft untermauerte ihre Forderungen nach Öffnungen oder zumindest klaren Perspektiven. Ein Einkaufen nach Terminvergabe sei keine konkrete Öffnungsperspektive, sagte etwa Sven Müller, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Unternehmensverbände. Schwesig hatte diese Art des Einkaufens als Öffnungsperspektive für Geschäfte ins Spiel gebracht. Viele Läden im Nordosten sind wegen der Corona-Pandemie seit Monaten geschlossen. Weitere Wirtschaftsvertreter und Verbände drängten ebenfalls auf eine konkrete Öffnungsperspektive.

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Viele Menschen in Teilzeit

In den von Schließungen betroffenen Branchen arbeiteten viele Menschen in Teilzeit, was die finanzielle Situation angesichts von Kurzarbeit zunehmend erschwere, sagte Ingo Schlüter, stellvertretender Vorsitzender des DGB Nord.

Er warnte zugleich angesichts einer weiteren Infektionswelle vor zu großen Öffnungsschritten. „Gerade in der jetzigen Lage können und dürfen sich die Verantwortlichen in der Wirtschaft keine Corona-Müdigkeit leisten”, so Schlüter. „Die Beschäftigten in den Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kitas oder in den Gesundheitsämtern tun das auch nicht.”

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Kommentare (9)

Ich denke, dass nun alles unternommen werden muss, die Impfungen schnell, unbürokratisch und sicher zu organisieren. Weitere Aufrufe zum Durchhalten werden nichts nützen. Auch Polizeieinsätze sind kontraproduktiv. Viele werden sich sehr lange daran erinnern, mit welcher menschenverachtenden Art und Weise in diesem Land Bewohner von Zweitwohnungen im Frühjahr aus ihren Häusern vertrieben wurden. Eine Entschuldigung dafür ist überfällig.

Die Nennung der Hauptfinanziers der SPD-Wahlkampagne erübrigt sich jetzt wohl. In welchem Verband sind die oben genannten Unternehmen organisiert?

Ich erwarte von unserer Bundes u. Landesregierung überhaupt nichts mehr, ich habe auch nicht den Eindruck, dass seitens der Politik ein Wille besteht, wieder zu öffnen und Grundrechte zurückzugeben. Die Forderungen der Unternehmerverbände werden nicht ernst genommen und der Herr Schlüter vom DGB weißt auf die verlorenen Arbeitsplätze hin und gleichzeitig warnt er vor der nächsten Welle, ganz im Kanon der Politik und nicht für die Beschäftigten. Es wird pausenlos von testen und impfen gesprochen, aber mehr Freiheiten kann es nicht geben. Dieses Land wird von Psychopaten zugrunde gerichtet. Ich kann diesen Wahnsinn nicht mehr folgen.

"Sie fügte direkt danach an, dass jedoch jedem klar sei, dass bei dieser Infektionslage nicht alles aufgemacht werden könne."

Nein, das ist nicht jedem klar, wie kommt sie darauf? Ich kann selber denken und brauche niemanden, der mir sagt, was ich denken soll.

Wie war das noch im November mit dem Wellenbrecher..."???
Wo stehen wir jetzt?

Was war das Ziel? Krankenhäuser nicht überlasten, gefährdete Gruppen schützen war die Rechtfertigung für diesen "kleinen" Wellenbrecher.

Der angebliche Wellenbrecher war ein Türöffner für diesen Dauerlockdown.

Wie ist der Stand heute? Sind die Krankenhäuser überlastet? Nein. Und das waren sie auch die ganze Zeit nicht. Wurde nicht vor ein paar Tagen verkündet, die Impfungen in den Altenheimen seien in M/V abgeschlossen?
Das Ziel ist lange erreicht - da frage ich mich, was das wirkliche Ansinnen der Politiker ist.

Ich halte fest - die Schwächsten der Gesellschaft sind geschützt. Alle anderen haben es selbst in der Hand, sich zu schützen, wenn sie es für notwendig halten. Jedem steht es frei Abstand zu halten, Menschenansammlungen zu meiden, mit Maske rumzulaufen.

Alle anderen haben das Recht, sich so zu bewegen, wie sie es möchten.
Wichtig - Immunsystem trainieren durch Sport treiben, gesunde Nahrungsmittel und vor allem Freude am Leben, Gemeinschaft und Austausch.

Nur leider wird uns all das (bis auf gesundes Essen) weiterhin verboten - warum?

"Vor dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Mittwoch hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Bund aufgefordert, kostenlose Schnelltests für wichtige Bereiche des öffentlichen Lebens bereitzustellen. Je mehr getestet werde, desto früher könnte es schrittweise zu Lockerungen der Corona-Einschränkungen kommen, sagte Schwesig am Dienstag in Schwerin....."

Genau das ist die Strategie. Es ist eine glatte Lüge zu behaupten, dass durch vermehrtes Testen schneller Lockerungen kommen. Das Gegenteil ist der Fall.

Fakt ist, je mehr getestet wird, umso mehr steigen die Zahlen - nix mit Lockerungen. Geforderte Inzidenzwerte unter 35 sind durch vermehrtes Testen erst recht nicht erreichbbar.

Dazu kommt, daß die sogenannten täglichen Neuinfektionen lediglich positiv Getestete sind. Die meisten davon sind aber gesund.

Man hält dem Esel wieder das Möhrchen vor die Nase, das er nie erreichen wird. Nur der Esel weiß das nicht und macht brav weiter, was von ihm verlangt wird...

https://corona-transition.org/geimpfte-in-israel-haben-eine-40-mal-hohere-mortalitat-als-ungeimpfte

Freizeitveranstaltungen mit bis zu 50 Teilnehmern sollen möglich sein.
Also selbst im letzten Schritt werden weder Konzerte, Theater, Ballett, Sportveranstaltungen............ in Aussicht gestellt. Dichter haben Berufsverbot, Denker in der Regierung - Fehlanzeige. Deutschland ade.

eine kleine Chronologie, nicht vollständig

02.10.2020 - 20 Tote seit Monaten mit oder an C-V

18.10.2020 - 1 Toter seit Mai 2020 mit oder an C-V

im September und Oktober 2020 konnte ich aber
schon von Quarantäne lesen in verschiedenen Einrichtungen

01.11.20 - Drosten-Corona-Pandemie ist Ostern nicht vorbei

01.12.20 - 65 Tote im Zusammenhang mit d. C-Virus

Anfang Dezember traten verschärfte Regeln in Kraft, besonders schlimm für Pflegeheimbewohner, so um den 11.12.20.

7.12.20 - Sind Pendler Schuld? Tropenmediziner sieht Reisende in der Verantwortung

26.12.20 - 142 Tote mit oder an...

27.12.20 - Impfbeginn in MV

09.01.21 - 239 Tote mit oder an...CV

01.02.21 - 474 Tote mit oder....

01.03.21 - 745 Tote mit....

02.03.21 - 752 Tote mit oder....

Ich sehe hier einen rasanten Anstieg von Todesfällen seit Beginn der Maßnahmen.
Warum analysiert das keiner von den Volksvertretern und hinterfragt.

Daß es im November und Dezember und so vor und um Weihnachten mehr Todesfälle bei der älteren Bevölkerung gibt, ist im Prinzip nichts Neues.
Aber der steile Anstieg nach dem 27.12.20 läßt bei mir sämtliche Alarmglocken klingen, denn mitunter liegen die Sterbezahlen im zweistelligen Bereich bis zu 26 Fälle pro Tag.

Was soll das?

Es wird höchste Zeit für eine Erklärung.

sind die Gesamtzahlen seit Beginn der Pandemie, also bis zum 02.03.20 gesamt 752 Sterbefälle an oder mit CV.