DRAMA IN DER OSTSEE

Schwesig ehrt drei Lebensretter für ihren Mut

Im August 2018 hatten drei Männer ihr Leben riskiert, um ein Kind und seine Großmutter vor dem Ertrinken zu retten. Bei der Ehrung erinnerte Manuela Schwesig an die traurige Geschichte.
Ministerpräsidentin Schwesig ehrte Tobias Ehrenberg (links), Sven Upp­leg­ger und Andreas Bettinger (abwesend) mit der Rettungsmedaille des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Ministerpräsidentin Schwesig ehrte Tobias Ehrenberg (links), Sven Upp­leg­ger und Andreas Bettinger (abwesend) mit der Rettungsmedaille des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Staatskanzlei
Schwerin.

Drei Helden sind am Freitag für ihren selbstlosen Rettungseinsatz am Strand von Kühlungsborn mit der Rettungsmedaille des Landes Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden. Sven Upplegger aus Kühlungsborn, Tobias Ehrenberg aus Leipzig und Andreas Bettinger aus München hatten dort im August 2018 bei einem tragischen Badeunfall ihr Leben riskiert, um eine Großmutter und ihren Enkel zu retten.

Der Neunjährige war beim Baden in eine starke Strömung geraten. Beim Versuch, ihn zu retten, wurde seine Großmutter selbst von der Strömung erfasst und drohte zu ertrinken. Als der 51-jährige Upplegger, der mit Frau und Kind am Strand war, das bemerkte, zögerte er keine Sekunde. Während er den beiden Ertrinkenden zur Hilfe eilte, verständigte seine Frau die Polizei – doch die kam nicht mehr rechtzeitig.

Großmutter opferte sich für ihren Enkel

Der Großmutter war klar, dass Upplegger nicht sie und ihren Enkel gleichzeitig würde retten können. Sie bat ihn deshalb, zuerst dem Kind zu helfen. Auch der 20-jährige Ehrenberg und der 54-jährige Bettinger, die dazu stürmten, konnten die Frau nur noch bewusstlos aus dem Wasser ziehen. Die Reanimierungsversuche durch die Rettungskräfte zeigten nur kurzen Erfolg. Die 57 Jahre alte Frau starb wenig später im Krankenhaus. Ihr Enkel aber konnte, wie es ihr letzter Wille gewesen war, gerettet werden.

„Unter großem persönlichem Einsatz ein Leben zu retten, das ist eine bewundernswerte Tat, die den Retter glücklich macht. Gleichzeitig ein anderes Leben dann doch nicht retten zu können, zusehen zu müssen – das ist ein ganz schreckliches Erlebnis”, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Verleihung der Medaillen. „Sie haben beides gleichzeitig erlebt. Ich weiß, das hat sie lange belastet und belastet Sie heute noch.”

Schwesig: „Mut fällt keinem in den Schoß.”

Dennoch könnten die drei Lebensretter stolz sein: „Sie haben das Wertvollste getan, was ein Mensch leisten kann. Sie haben selbstlos ihr eigenes Leben riskiert, um anderen in größter Not zu helfen.”

Die Gesellschaft brauche solche Menschen, die aufeinander achtgeben, „Helden des Alltags aus der Mitte der Gesellschaft, als Vorbilder für Selbstlosigkeit, Tapferkeit und Mut. Mut fällt keinem in den Schoß. Tapferkeit kostet Überwindung. Und Selbstlosigkeit verlangt innere Größe. Gerade deshalb verdienen diese Tugenden besondere Anerkennung“, schloss die Regierungschefin.

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